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Mini-Olympia startet
Jugendspiele sollen nur Zwischenstation sein

Auch die Herschberger Speerwerferin Christin Hussong verdiente sich erste Sporen bei den olympischen Jugendspielen. Im August wurde die Athletin vom LAZ Zweibrücken in Berlin souverän Europameisterin. 
Auch die Herschberger Speerwerferin Christin Hussong verdiente sich erste Sporen bei den olympischen Jugendspielen. Im August wurde die Athletin vom LAZ Zweibrücken in Berlin souverän Europameisterin.  FOTO: dpa / Soeren Stache
Buenos Aires. „Mini-Olympia“ startet an diesem Samstag in Buenos Aires. Die Veranstaltung kostet 450 Millionen Dollar. dpa

Die Olympischen Jugendspiele haben für den Deutschen Olympischen Sportbund zur Talentförderung einen großen Stellenwert. „Wichtig ist, dass die Athleten verstehen, dass es Jugendspiele und eben nicht die Olympischen Spiele sind“, sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB, vor der Eröffnung von „Mini-Olympia“ am Samstag in Buenos Aires. „Es ist ein wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung und in Richtung Olympische Spiele.“ Der DOSB geht mit 75 jungen Sportlern an den Start.

Die bisherigen Jugendspiele-Ausgaben haben viele deutsche Talente als Durchlaufstation und Sprungbrett in die Aktiven-Weltklasse genutzt. Jeweils mehr als ein Dutzend deutsche Nachwuchsathleten, die 2010 in Singapur und 2014 in Nanjing (Sommer) sowie 2012 in Innsbruck und 2016 in Lillehammer (Winter) teilnahmen, schafften es bei nachfolgenden Olympischen Spielen dabei zu sein.

Skispringer Andreas Wellinger wurde nach dem Jugendspiele-Auftritt in Innsbruck sogar schon zweimal Olympiasieger (2014 und 2018). Für Skeleton-Pilotin Jaqueline Lölling war der Jugendspiele-Sieg 2012 das Intermezzo zu Olympia-Silber 2018. Speerwerferin Christin Hussong aus Herschberg, die für das LAZ Zweibrücken an den Start geht, qualifizierte sich nach der Jugendspiele-Erfahrung für die Sommerspiele 2016 und überraschte bei der Leichtathletik-EM im August mit dem Titelgewinn.



„Da gibt es einige junge Sportler, die über die Jugendspiele ihren Weg gemacht haben“, sagte Schimmelpfennig. „Deshalb sind sie eine wichtige Station, um sich weiter zu entwickeln und nicht der Höhepunkt – es gibt dort keine Olympiasieger!“

Die Jugendspiele sind aber auch ein Experimentierfeld für das Internationale Olympischen Komitee, bei denen neue Sportarten, Formate und Disziplinen ausprobiert und getestet werden, ob sie für die großen Spiele geeignet wären. So werden in Buenos Aires Medaillen im Breakdance, Inline-Skating, Futsal, Beach-Handball oder Kitesurfen sowie in zahlreichen Mixed-Wettbewerben mit Männern und Frauen vergeben.

„Vielleicht muss man experimentieren, bevor ein Wettbewerb olympisch werden kann“, meinte Schimmelpfennig. „Es gab aber auch Experimente, die sich nicht bewährt haben, wie der Versuch, im Hockey Torschüsse außerhalb des Kreises zu testen.“

Das IOC lässt sich die Jugendspiele, zu denen ein umfassendes Informations- und Aufklärungsprogramme sowie zahlreiche kulturelle Angebote gehören, einiges kosten. Die Kosten der Ausgabe in Argentinien werden aktuell auf 450 Millionen Dollar geschätzt; bei der Bewerbung waren 321 Millionen veranschlagt. Für die 286 Wettkämpfe in 32 Sportarten bis zum 18. Oktober sind 4012 junge Sportler aus 206 Ländern gemeldet. Die größte Delegation stellt Gastgeber Argentinien mit 142 Sportlern.

Unter den Teilnehmern gehen aber auch schon reife Athleten an den Start, die in der Weltspitze angekommen sind – wie der russische Rückenschwimmer Kliment Kolesnikow, der Anfang August bei der EM in Glasgow den Weltrekord über 50 Meter verbessert hat. Auch der Ungar Kristof Milak, Europameister über 200 Meter Schmetterling in Glasgow, gehört zu den Jungstars.