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ap
Zwei Präsidenten für Afghanistan

Kabul. Der Weg zu Frieden und Stabilität in Afghanistan ist noch weit – und zwar nicht nur wegen der Taliban. Das Land hat seit Montag zwei vereidigte Präsidenten, den bisherigen Amtsinhaber Aschraf Ghani sowie Ex-Regierungschef Abdullah Abdullah. Innenpolitische Krise vor Friedensgesprächen

In separaten Zeremonien feierten sie ihre jeweilige Vereidigung. Die Rivalität führt zu mehr Chaos in dem vom Bürgerkrieg geplagten Land – und setzt ab diesem Dienstag geplante innerafghanische Friedensgespräche mit den Taliban aufs Spiel. Das politische Chaos macht die Verhandlungen in Oslo praktisch unmöglich. Dennoch kündigte Ghani an, er werde am Dienstag sein Verhandlungsteam vorstellen. Gleiches könnte Abdullah vorhaben. Bei den jeweiligen Vereidigungen stellten Ghani und Abdullah ihre Friedenspläne vor. Er habe keine Vorbedingungen für Gespräche, sagte Abdullah, während Ghani erklärte, für eine Freilassung inhaftierter Taliban-Kämpfer sollten die Extremisten eine weitere Gewaltreduzierung versprechen. Die Taliban selbst reagierten nicht auf die Vereidigungen.