| 21:30 Uhr

Geschickt gemixt
Yellow Cello sorgt für Heidenspaß

Saarbrücken. Das Ensemble Yellow Cello, angeführt vom Staatsorchester-Konzertmeister Wolfgang Mertes, hat am Sonntag im Staatstheater ein Kabarett- und Mitmach-Konzert unter dem Titel „Sing Along“ vor vollem Haus gespielt. Von Oliver Sandmeyer

„Die Saaltür ist mittlerweile von außen abgeschlossen. Wer nicht mitmacht, muss in der Pause nachsingen!“ – Thomas Schmidt-Ott, der Blickfang am gelben Cello und gleichzeitig derjenige, der mit gewinnend-ironischer Art durch das Programm moderiert, weiß, wie man das Publikum für sich gewinnt. Und dieses ist überaus gewillt, sich an den immer wieder eingestreuten Mitsing-Passagen zu beteiligen. Die Band, die neben Schmidt-Ott und Mertes (Violine/Trompete) aus Tim Sund an den Tasten, Sänger Daniel Mattar, Daniel Cordes (Bass) sowie Oliver Strauch (Schlagzeug) besteht, kombiniert klassische Musik mit Jazz, Pop und Rock – und wie! Schon das scherzhaft benannte „Elise im Saarland“ mischt Beethovens bekannte Komposition mit lateinamerikanischem Jazz, lässt sie irgendwann in perkussive Improvisation kippen und bietet nebenbei noch Zeit, dass einige Zuschauer der ersten Parkettreihe mit Handschlag begrüßt werden können – und das war erst das erste Stück.

Eine andere Nummer verpasst Johann Sebastian Bachs „Toccata“ eine lautstarke Basstrommel und kreuzt sie mit Gershwins „Summertime“. „Carmen auf Capri“ macht genau das, was der Titel verspricht, und lässt die Capri-Fischer mit ihren Booten nach Sevilla schippern und zeigt dabei noch rhythmische und melodische Parallelen der vermischten Musikstücke auf. Und bei Peter Fox „Haus am See“, bei dem Yellow Cello immer wieder von Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ dazwischen streut, stimmt das Publikum lautstark mit ein. Der Zusammenstoß zwischen Strauss´ „Zarathustra“ und Paul Simons „The Boxer“ funktioniert leider weniger.

Zwar erinnern die Anmoderationen Schmidt-Otts sowie die lockere Herangehensweise an die Fastnachtszeit, von Karnevalsmusik kann jedoch nicht die Rede sein: Zu versiert spielen die sechs Musiker, zu geschickt sind die musikalischen Mixturen gewoben, als dass sie zum Klamauk verkämen – und sind trotzdem ein Heidenspaß.



Als Zugabe spielt das Sextett Yellow Cello dann einen der Klassiker der Publikumsanimation: Cab Calloways „Minnie the Moocher“, mit seinem Call-and-Response-Muster, erweist sich – diesmal ganz ohne musikalisches Kreuzüber – als perfekter Rausschmeißer für diesen humorigen und abwechslungsreichen Abend.