| 21:52 Uhr

Kerwe in Wiesbach
Selbst der Redner macht Pause

Die Kinder hatten bei der Wiesbacher Kerb ihren Spaß. Doch es mangelt an Nachwuchs, um die Tradition zu erhalten.
Die Kinder hatten bei der Wiesbacher Kerb ihren Spaß. Doch es mangelt an Nachwuchs, um die Tradition zu erhalten. FOTO: Norbert Schwarz
Wiesbach. In Wiesbach trauern viele den alten Kerwe-Traditionen nach. Von Norbert Schwarz

„Herbeizaubern können wir die Jugend nicht, wir würden gern unterstützen, doch was nicht ist, das ist nicht.“ Viel zu gern würde Wiesbachs Ortsbürgermeister Emil Mayer den Straußmädels und Straußbuben mehr als einen Schoppen ausgeben. Doch damit ist auch dieses Jahr nichts gewesen. Jugendliche, die sich für das alte Brauchtum einsetzen, gibt es in der Talgemeinde schon seit etlichen Jahren nicht mehr, was von vielen aufrichtig bedauert wird.

„Eh Kerb mit Straußmädels und Straußbuben – das iss halt was Richdiches, ebbes wie mer das frieher immer gehatt han“, meint Bernhard Hemmer, seit vielen Jahren sowas wie das „Mädchen für alles“ bei Gemeinde und insbesondere beim Sportverein. Das Familienengagement ist dort groß, Ehefrau Christa sorgte am Sonntag zumindest für ein echtes Kerwe-Essen mit verschiedenen Gängen. Heute, wenn es im Sportheim wiederum beim Frühschoppen hoch hergeht, sorgt Christa Hemmer zusammen mit den weiteren Damen aus dem Küchenteam einmal mehr dafür, dass die Magenspeise vieler, die Leberknödel oder die leckeren Bratwürste mit Kraut, nicht fehlen und manche damit die passende Magengrundlage haben, um ausgiebig feiern zu können.

In den letzten Jahren hatte zumindest Oliver Türr die Fahne noch hochgehalten und das Jahr über so manches im Dorfleben aufgepickt, was sich dann zur Kerwezeit passend an Neuigkeiten unter die Zuhörer verbreiten ließ. Aber in diesem Jahr wollte der exzellente Verfasser von Kerwereden einfach nicht zur Tat schreiten. „Ich nehme wirklich mal eine Auszeit, das gilt nicht allein für die Kerb, sondern beim Theaterspiel werde ich in diesem Jahr auch nicht mit von der Partie sein.“



Mehr als nur einen Hauch von Kerwe gibt es in Wiesbach jetzt trotzdem, denn Emil Mayer ist es auch dieses Jahr gelungen, ein Kinderkarussell und eine Schießbude sowie einen Stand mit Süßigkeiten in den Ort zu bekommen.