| 22:03 Uhr

Champions League
Ronaldo sieht Rot und weint bittere Tränen

Valencia. Umstrittener Platzverweis für den Weltfußballer von Juventus Turin durch Schiedsrichter Brych sorgt für Diskussionen. sid

Cristiano Ronaldo weinte wie ein kleines Kind. Rot? Für ihn? Nach nur 29 Minuten? Wegen Haareziehens? Die Glitzer-Welt des Superstars geriet plötzlich aus den Fugen. Unter Tränen und mit beiden Händen vor dem Gesicht schlich der fünfmalige Weltfußballer vom Feld. Ronaldos Champions-League-Premiere für Juventus Turin – ein kleines Drama. „Der König stürzt zu Boden und weint wie ein griechischer Held ohne Schwert und Schutzschild“, schrieb die Gazzetta dello Sport. Der 2:0 (1:0)-Erfolg der Alten Dame beim FC Valencia war da längst zur Randnotiz verkommen.

Ronaldo wollte seine unheilvolle Rückkehr nach Spanien selbst nicht öffentlich kommentieren. Stattdessen ließ er seinen Hofstaat von der Leine. „Schande über den Fußball“, schrieb Ronaldos Schwester Katia Aveiro nach dem umstrittenen Platzverweis durch Felix Brych bei Instagram: „Sie wollen meinen Bruder zerstören, aber Gott schläft nie. Gerechtigkeit wird kommen.“ Auch Ronaldos neuer Teamkollege, der deutsche Nationalspieler Emre Can, hatte eine klare Meinung zum verhängnisvollen Griff des fünfmaligen Weltfußballers an den Kopf seines Gegenspielers. „Das soll Rot sein? Wir sind doch keine Frauen. Ehrlich“, sagte der Mittelfeldspieler.

Die Entscheidung von Brych und seinem Torrichter Marco Fritz war tatsächlich hart. Nach einem Zweikampf hatte Ronaldo die Hand abseits des Spielgeschehens für kurze Zeit auf dem Kopf von Innenverteidiger Jeison Murillo. Es wirkte aber mehr wie ein kurzes Ziepen als ein Ziehen. „Skandalös“ und „absurd“: Während die italienische Presse sich das deutsche Schiedsrichter-Gespann vorknöpfte und sogar dessen internationale Ablösung forderte, rückte Juve-Trainer Massimiliano Allegri lieber die Diskussion um die Einführung des Videobeweises in der Königsklasse in den Vordergrund. „Ich kann nur sagen, dass der Videoassistent dem Schiedsrichter hätte helfen können, die richtige Entscheidung zu treffen“, sagte Allegri betont nüchtern.



Dass die Technik, die in den meisten europäischen Top-Ligen längst angewandt wird, auch in der Champions League kommt, ist zwar ausgemachte Sache. Die Frage ist nur, wann. Am Donnerstag vermied die Uefa eine aktuelle Stellungnahme. Der europäische Dachverband teilte aber erneut mit, „andauernd neue Wege“ zur Verbesserung der Wettbewerbe zu suchen und die Erfahrungen mit dem Videobeweis in den verschiedenen Ligen weiterhin genau zu beobachten.