| 22:50 Uhr

Unmut vor allem bei SPD
Zorn über Denkmalschutz für Rosengarten

 Für den Rosengarten brechen nun, mit der Aufnahme in die Liste geschützter Denkmäler in Rheinland-Pfalz, keine rosigen Zeiten an. Das befürchtet vor allem die SPD. Sie denkt, dass die Macher des Rosengartens aufgrund der strengen Schutzbestimmungen in ihrer Kreativität beschnitten werden. Die FDP sieht das anders. 
Für den Rosengarten brechen nun, mit der Aufnahme in die Liste geschützter Denkmäler in Rheinland-Pfalz, keine rosigen Zeiten an. Das befürchtet vor allem die SPD. Sie denkt, dass die Macher des Rosengartens aufgrund der strengen Schutzbestimmungen in ihrer Kreativität beschnitten werden. Die FDP sieht das anders.  FOTO: dpa / Carolin Eckenfels
Zweibrücken. „Der größte Quatsch“: So geißelte etwa Thorsten Gries (SPD) im Rat den Denkmalschutz für den Rosengarten. Alleine die FDP brach eine Lanze für diesen strengen Schutz. Von Mathias Schneck

„Sag’ es durch die Blume“ – von diesem Motto hielt der Stadtrat bei seiner jüngsten Sitzung nicht viel, als es zum Tagesordnungspunkt Rosengarten kam.

Offiziell las sich die Ankündigung in den Sitzungsunterlagen recht harmlos und trocken: „Information über die beabsichtigte Eintragung des Rosengartens in die Denkmalliste als geschütztes Kulturdenkmal“. Das, was sich daraus entwickelte, war eine emotionale Diskussion.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) informierte die Räte, dass die GDKE (Generaldirektion Kulturelles Erbe) als Fachbehörde in Rheinland-Pfalz beim Rosengarten die „Kriterien eines Kulturdenkmales im Sinn einer Denkmalzone“ erfüllt sehe. Für die Aufnahme in die Denkmalliste werde folgender Kurztext vorgeschlagen, so die GDKE:



Rosengarten, im landschaftlichen Stil angelegte Gartenanlage mit zentralem Weiher und abwechslungsreich gestalteten Pflanzzonen zwischen Saarlandstraße, Bleicherbach und Schwarzbach; 1914 angelegt nach Plänen von Philipp Siesmayer, mehrfach erweitert und ab 1956 weitgehend neugestaltet durch Oskar Scheerer (Denkmalzone).

Der Oberbürgermeister machte klar: „Es geht nicht darum, ob wir zustimmen oder nicht. Ein Denkmal ist ein Denkmal.“ Der Stadtrat werde von den Denkmalschützern lediglich über die Aufnahme des Rosengartens in die Liste informiert.

So weit – so schlecht. Denn Thorsten Gries (SPD) zürnte: „Das ist der größte Quatsch, den Rosengarten unter Denkmalschutz zu stellen!“ Und das alles nur, „weil eine Gruppe meint, der Garten müssen so bleiben, wie er ist“. Der UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) als Betreiber des Rosengartens mache das gut, er werde aufgrund der strengen Denkmalschutz-Auflagen künftig in seinen Entfaltungsmöglichkeiten beschnitten, fürchtet er.

Aufgrund Gries’ Kritik wiederholte die Verwaltung: Es gehe nicht darum, ob der Rat zustimmt oder nicht. Er werde lediglich informiert.

„Schon klar. Aber es ist nicht in Ordnung“, ärgerte sich Gries weiter. Er merkte an: „Es ist schade, dass der UBZ nicht gegen diese Entscheidung geklagt hat.“

Die FDP war die einzige Partei, die klar vernehmlich eine Lanze für den Denkmalschutz brach. „Wir haben die Denkmalbehörde, um Dinge der Vergangenheit zu bewahren.“ Es gehe darum, Schützenswertes aus vergangenen Zeiten „zu bewahren, zu ehren“, mahnte Ingrid Kaiser.

Es gehe auch nicht darum, den Rosengarten komplett unter Schutz zu stellen, sondern nur historische Teile. „Das ist ein tragfähiger Kompromiss, die FDP begrüßt das“, sagte Kaiser – und ihr Fraktionskollege Ulrich Schüler assistierte: „Das Schreiben der Denkmalbehörde ist sehr differenziert.“

Berni Düker (SPD) entgegnete: „Es muss weiterhin die Möglichkeit bestehen, den Garten zu verändern, so, wie es der Betreiber will.“ Aber das gehe nicht, der UBZ bekomme Fesseln auferlegt.

Werner Bosslet, Leiter des UBZ, sagte, die Ausführungen der FDP seien falsch. „Der komplette Rosengarten wird unter Denkmalschutz gestellt“  – nicht nur historische Teile.

Es gibt verschiedene Wertigkeiten des Schutzes –  die Denkmalbehörde GDKE sieht besonders den „Hügel“ am Bleicherbach samt den dortigen Kreisbeeten und Wegen mit Betonplatten als schützenswert an; sowie unter anderem den Eingangsbereich mit Weiherinsel, den Hochstammgarten und das ehemalige Café Dornröschen.

Klar sei: „Bei Änderungen in größerem Umfang hat die Behörde das letzte Wort“, so Bosslet, die wichtigen Entscheidungen zur Entwicklung des Rosengartens würden künftig in Mainz getroffen – nicht mehr in Zweibrücken.

Dennoch sei die Stadt gut beraten, mit der GDKE ein gedeihliches Miteinander zu suchen, sagte Bosslet. Die Stadt sei in anderer Hinsicht auf das Wohlwollen der Behörde angewiesen. Warum? Das wollte er im öffentlichen Teil der Ratssitzung nicht sagen. Er werde dies im nichtöffentlichen Teil den Räten erläutern.

Die Diskussion über den Denkmalschutz für den Rosengarten schwelt schon seit geraumer Zeit. Bereits im Herbst 2014 empfahl die GDKE eine Unterschutzstellung des Rosengartens, der UBZ hatte sich wiederholt sehr kritisch dazu geäußert (wir berichteten mehrfach).