| 22:10 Uhr

„Einzigartige Chancen mit einzigartigen Risiken“
ZF forciert die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz 

  Sie wollen die Vision vom fahrerlosen Fahren Wirklichkeit werden lassen: Cispa-Direktor Michael Backes, der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, DFKI-Direktorin Jana Koehler, ZF-Vorstandsvorsitzender Wolf-Henning Scheider und Wolfgang Wahlster, Berater und ehemaliger Direktor des DFKI (v.l.).
Sie wollen die Vision vom fahrerlosen Fahren Wirklichkeit werden lassen: Cispa-Direktor Michael Backes, der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, DFKI-Direktorin Jana Koehler, ZF-Vorstandsvorsitzender Wolf-Henning Scheider und Wolfgang Wahlster, Berater und ehemaliger Direktor des DFKI (v.l.). FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Die ZF Friedrichshafen AG hat gestern ein neues Forschungszentrum in Saarbrücken eröffnet. Dort sollen autonome Fahrzeuge entstehen. Von David Seel

„Es ist ein schöner Tag für das Saarland.“ Mit diesen Worten fasst Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) zusammen, welche Bedeutung das neue Technologiezentrum der ZF Friedrichshafen AG künftig für die Region haben soll. Im gestern eröffneten „ZF AI & Cybersecurity Center“ will der Konzern auf dem Saarbrücker Gelände der Saar-Universität die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) vorantreiben. Sie soll in autonomen Autos, aber auch in der Produktionssteuerung des Autozulieferers Verwendung finden. Mit an Bord sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (Cispa). Beide liegen in direkter Nachbarschaft zum neuen Technologiezentrum.

„KI und Datensicherheit sind für uns Schlüsselwerte“, sagte der ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider bei der Eröffnung. „Nicht nur für unsere Produkte, sondern für unsere gesamte Wertschöpfungskette in der Produktion.“ Die dafür benötigte Technologie sei allerdings so komplex, dass sie „nur interdisziplinär und in Kooperationen“ entwickelt werden könne. „Das DFKI und das Cispa sind die Adressen für KI und Cybersecurity – beide Institute sind auch international sehr hoch angesehen“, sagt Scheider.

Die beiden starken Partner in der Nachbarschaft sind laut Scheider aber nicht die einzigen Pluspunkte, die den Standort Saarbrücken für die ZF attraktiv machen. „Wir genießen hier die volle Unterstützung der Politik“, sagt Scheider. Ein weiterer Faktor sei der IT-Forschungsschwerpunkt der Saar-Universität. „Die Spitzenkräfte, die wir benötigen, werden gleich hier vor Ort ausgebildet.“



Rund 100 dieser Fachkräfte sollen am neuen Technologiezentrum beschäftigt werden. Sie zu finden, ist eine der zentralen Herausforderungen des Projektes. „Geld ist tatsächlich nicht der wichtigste Faktor, sondern Köpfe“, sagt der Direktor des Cispa, Michael Backes.