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Öffentlicher Nahverkehr
Busfahrer sollen besser bezahlt und attraktiver beschäftigt werden

Saarbrücken. Im Kampf gegen den Mangel an Busfahrern drängt die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) auf einen höheren Etat für den Öffentlichen Nahverkehr. red/PM

Um die Attraktivität des Berufs zu steigern müsse es Verbesserungen bei Entlohnung und Arbeitszeiten geben. „Das geht aber nicht zum Nulltarif. Deshalb werden wir innerhalb der Landesregierung auch darüber diskutieren, zukünftig mehr Geld ins System zu stecken“, sagte Rehlinger. Zur Größenordnung der von ihr geforderten zusätzlichen Mittel wollte sich das saarländische Ministerium gestern nicht äußern.

Der Mangel an Busfahrern ist längst auch für die Fahrgäste zu spüren. In Saarbrücken waren über Wochen immer wieder Busse ausgefallen – ein Problem, das zahlreiche Schüler und Arbeitnehmer ausbaden mussten, wenn sie morgens vergeblich auf ihren Bus warteten. Die Saarbahn hatte mit einem Notfahrplan reagiert. Auch die jüngsten Tarifauseinandersetzungen waren von der Forderung nach attraktiveren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen geprägt.

Im Oktober hatte die Ministerin eine Task Force eingesetzt, die Ideen entwickeln sollte, wie neue Busfahrer zu gewinnen seien. Eine erste Maßnahme soll ein Qualifizierungsangebot sein, teilte das Ministerium mit. Es richtet sich an Arbeitsuchende und soll in Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Bundesagentur für Arbeit umgesetzt werden. Am Ende soll der Erwerb eines sogenannten „Busführerscheins Plus“ stehen. „Es geht darum, neue Zielgruppen für das Berufsbild anzusprechen und zusätzliche Bewerber auszubilden und zu qualifizieren“, sagte Rehlinger.



Auch Flüchtlinge sollen für diese Busfahrer-Qualifikation gewonnen werden. Daher soll die Ausbildung laut Rehlinger nicht nur den Erwerb des Busführerscheins umfassen, sondern auch ein Kommunikationstraining sowie eine Einarbeitungsphase in einem Betrieb.

Darüber hinaus soll künftig bei der Vergabe von Buslinien „die Einhaltung eines repräsentativen Tarifvertrags zur Bedingung werden“, heißt es in der Mitteilung des saarländischen Ministeriums.