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Weniger Gewinn für Boehringer

Ingelheim. Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ist auch 2008 stärker gewachsen als der Weltmarkt, hat aber weniger Gewinn eingefahren. Für das laufende Geschäftsjahr 2009 wird erneut ein Anstieg der Erlöse erwartet, wie der Sprecher der Unternehmensleitung, Andreas Barner, gestern in Ingelheim bei Mainz sagte

Ingelheim. Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ist auch 2008 stärker gewachsen als der Weltmarkt, hat aber weniger Gewinn eingefahren. Für das laufende Geschäftsjahr 2009 wird erneut ein Anstieg der Erlöse erwartet, wie der Sprecher der Unternehmensleitung, Andreas Barner, gestern in Ingelheim bei Mainz sagte. 2008 kletterte der Umsatz im Vorjahresvergleich um sechs Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Umsatzplus des nicht börsennotierten Unternehmens 9,5 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank wegen des starken Euro und höherer Investitionen in Forschung und Entwicklung um sechs Prozent auf 1,98 Milliarden Euro (2007: 2,1 Milliarden Euro). Das Nachsteuerergebnis ging von 1,81 Milliarden Euro auf 1,43 Milliarden Euro zurück. Ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten hätte es auf ähnlichem Niveau wie 2007 gelegen. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Boehringer ein prozentual einstelliges Umsatzwachstum. "Wir sind zuversichtlich, dass wir auch 2009 das Wachstum in allen Geschäften fortsetzen können", sagte Barner. Im größten Segment mit verschreibungspflichtigen Medikamenten will das Unternehmen auch 2009 stärker als der Markt wachsen. Neue Produkte wie das Thrombosemittel Pradaxa sollen dies auch nach Patentabläufen für wichtige Medikamente sicherstellen. Durch Patentausfälle breche im Jahr 2010 ein Umsatz von rund einer Milliarde Euro weg. Ausbauen will der Konzern das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten. In Deutschland will der Konzern weiter kräftig investieren: "Wir werden 2009 rund 40 Prozent unserer weltweiten Investitionen in Deutschland tätigen", sagte Barner. 2008 investierte der Konzern 665 Millionen Euro weltweit davon rund 46 Prozent in Deutschland. Mit seinem wichtigsten Produkt, dem Atemwegsmittel Spiriva, setzte der Konzern 2008 erstmals mehr als zwei Milliarden Euro um. dpa "Wir sind zuversichtlich, dass wir auch 2009 das Wachstum in allen Geschäften fortsetzen können."Unternehmenssprecher Andreas Barner