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Arbeitsmarkt
Brummende Konjunktur senkt Arbeitslosigkeit

Mainz/Saarbrücken. Viele Firmen suchen händeringend nach Mitarbeitern. Das verringert auch in Rheinland-Pfalz die Zahl der Erwerbslosen. Eine Gruppe profitiert von der Entwicklung am meisten.

Die robuste Konjunktur und der damit verbundene hohe Personalbedarf der Unternehmen haben die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz wieder gesenkt. Im August waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit rund 99 000 Menschen in dem Bundesland arbeitslos gemeldet. Das waren 2,6 Prozent weniger als im Juli 2018 und 6,7 Prozent weniger ein Jahr zuvor. Damit fiel die Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent im Juli 2018 auf 4,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 4,8 Prozent gelegen.

„Nach dem Ende der Sommer- und zum Teil der Betriebsferien konnten viele arbeitslos gemeldete Frauen und Männer eine neue Stelle finden“, teilte die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland in Saarbrücken, Heidrun Schulz, mit. Von dem derzeit besonders hohen Fachkräftebedarf der Betriebe profitierten vor allem junge und gut ausgebildete Menschen.

Im August waren 41 000 offene Stellen in Rheinland-Pfalz gemeldet – 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die überwiegende Zahl dieser Jobs wurden in der Zeitarbeit (14 070), im Handel (4260), im Verarbeitenden Gewerbe (3840), im Gesundheits- und Sozialwesen (3440) und im Baugewerbe (2850) angeboten.



Derzeit befinden sich laut der Regionaldirektion noch 3500 junge Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Zugleich gibt es 6700 unbesetzte Ausbildungsstellen – also fast doppelt so viele.

Insgesamt hat die Sommerpause mit Werksferien in vielen Unternehmen die Arbeitslosigkeit in Deutschland leicht steigen lassen. Die Zahl der Menschen ohne Job nahm im August um 26 000 auf 2,351 Millionen zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das ist jedoch der niedrigste Wert für diesen Monat seit dem Jahr 1991. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Jobsucher um 194 000. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,2 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter günstig, die Arbeitslosigkeit hat im August erwartungsgemäß leicht zugenommen“, sagte BA-Chef Detlef Scheele. Die Zunahme sei allein jahreszeitlich bedingt und etwas schwächer ausgefallen als erwartet. Viele Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen melden sich im Sommer zunächst arbeitslos. Auch Unternehmen halten sich während der Betriebsferien in der Regel mit Neueinstellungen zurück. Rechnet man die jahreszeitlichen Einflüsse heraus, lag die Arbeitslosenzahl bei 2,33 Millionen. Demnach waren zuletzt etwa 8000 Männer und Frauen weniger ohne Job als im Juli.

Die Zahl der Jobsucher, die derzeit Förderprogramme der Arbeitsagenturen und Jobcenter absolvieren, eingerechnet, gab es in Deutschland zuletzt 3,236 Millionen Menschen ohne Arbeit. Fachleute sprechen bei dieser Rechenweise von der Unterbeschäftigung. Die Zahl sank saisonbereinigt aber im Vergleich zum Vormonat um 18 000.

„Ich glaube am Arbeitsmarkt muss man sich zurzeit keine Sorgen machen“, sagte Scheele. Für die kommenden Monate und auch das nächste Jahr rechnet der BA-Chef nicht mit einer Trendwende. Die Frage sei eher, wie die offenen Arbeitsplätze besetzt werden können. Bei der Bundesagentur waren im August etwa 828 000 offene Stellen gemeldet – 62 000 mehr als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach Mitarbeitern sei weiterhin hoch. Besonders gesucht werden laut BA Fachkräfte in Metall-Berufen, Logistik, Verkauf und im Gesundheitswesen.

Trotz der hohen Nachfrage werden 41 Prozent der Arbeitnehmer, die eine neue Stelle antreten, befristet eingestellt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor geht. Junge Menschen unter 25 Jahre (46 Prozent) und Frauen (46 Prozent) sind demnach am häufigsten betroffen. Von den befristet Eingestellten wird weniger als die Hälfte (42 Prozent) übernommen.

Die Zahl der Erwerbstätigen lag nach aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamtes im Juli bei 44,95 Millionen – das ist ein Plus von 46 000 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 574 000 Erwerbstätige mehr.

Der Anstieg gehe allein auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Diese hat nach Hochrechnungen der Bundesagentur von Mai auf Juni saisonbereinigt um 55 000 zugenommen. Damit hatten 32,87 Millionen Menschen in Deutschland zuletzt einen regulären Job – 704 000 mehr als ein Jahr zuvor. Erfreulich sei, dass seit Oktober 2017 der Zuwachs wieder mehr auf Vollzeitarbeitsplätze zurückgehe, erklärte Scheele.

Im August ist die Arbeitslosenquote in Rheinland-Pfalz um 2,6 Prozent gesunken.
Im August ist die Arbeitslosenquote in Rheinland-Pfalz um 2,6 Prozent gesunken. FOTO: dpa / Bernd Wüstneck
(dpa)