| 00:12 Uhr

In Höhe von 25 Prozent
Wegen US-Zöllen: EU führt eigene Schutzzölle auf Stahlprodukte ein

Brüssel/Washington. Die EU führt heute Sonderabgaben auf Stahlprodukte ein, um europäische Hersteller vor schwerwiegenden Marktverzerrungen durch die neuen US-Zölle zu schützen. Der Zusatzzollsatz in Höhe von 25 Prozent werde auf Importe fällig werden, die wegen der US-Zölle zusätzlich in die EU kommen, teilte die EU-Kommission gestern mit.

Im Gegenzug drohte US-Präsident Donald Trump der EU mit gewaltigen Strafen, falls die Verhandlungen nicht wie von ihm gewünscht verliefen. Autos seien das große Thema im Handel zwischen den USA und der EU, sagte Trump gestern in Washington. Trump-Sprecherin Sarah Sanders sagte, die US würden derzeit Autozölle noch prüfen und sich diese Option offenhalten.

Kommissionschef Jean-Claude Juncker will unterdessen am kommenden Mittwoch, 25. Juli, zu Trump reisen und ihn mit Fakten überzeugen, im Handelskonflikt einzulenken. „Es geht nicht um Falschnachrichten, es geht um objektive Fakten“, sagte Juncker in Brüssel. Schwerpunkt der Gespräche soll die Frage sein, wie sich transatlantische Handelsbeziehungen und wirtschaftliche Partnerschaft verbessern lassen. „Ich fahre dahin heiter und gelassen.“

Juncker betonte erneut, die EU agiere in Handelsfragen geschlossen und lasse sich nicht spalten. Dies habe er Trump bereits gesagt – allerdings ohne großen Erfolg. Die Staatengemeinschaft werde auf neue Provokationen reagieren und sei zu weiteren Gegenmaßnahmen bereit. Die US-Regierung hatte zuletzt eine formelle Untersuchung zu der Frage eingeleitet, ob Autoimporte in die Vereinigten Staaten Fragen der Nationalen Sicherheit berühren. Eine ähnliche Untersuchung war auch die Grundlage für die Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte gewesen.



Die EU hält das Sicherheitsargument für unglaubwürdig und geht davon aus, dass es eigentlich nur darum geht, US-Herstellern Vorteile zu verschaffen.

(dpa)