| 23:21 Uhr

In Ludwigshafen
Wasserknappheit im Rhein: BASF stoppt TDI-Produktion

Ludwigshafen. Wegen der Wasserknappheit im Rhein hat der Chemieriese BASF die Produktion des Kunststoffprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) in Ludwigshafen stoppen müssen. „Das Wiederanfahren der Anlage hängt von der weiteren Entwicklung des Rheinpegels ab“, teilte das Unternehmen gestern mit.

Der Tiefstand des Flusses führe zu Einschränkungen beim Transport per Schiff. Obwohl BASF alle Alternativen nutze – Pipeline, Lastwagen und Zug –, könnten nicht alle Rohstoffe nach Ludwigshafen transportiert werden. BASF transportiert am Stammwerk in Ludwigshafen 40 Prozent der Güter per Schiff.

Die eine Milliarde Euro teure TDI-Anlage läuft erst seit Juli 2018 im Regelbetrieb. Der Bau des bisher größten Einzelprojekts in der 153-jährigen BASF-Geschichte hatte sich erheblich verzögert und wurde deutlich teurer. TDI ist ein Vorprodukt zur Kunststoffproduktion.

Als Konsequenz fordert BASF-Chef Martin Brudermüller eine Diskussion über Gegenmaßnahmen. „Wenn weniger Wasser reinfließt, darf eben auch nur weniger rausfließen. Dafür wären dann Schleusen und Stauwerke erforderlich“, sagte er jetzt dem „Tagesspiegel“.



(dpa)