| 23:29 Uhr

Zäher Tarifkonflikt
Verdi lässt erneut Amazon bestreiken

Beim Versandhändler Amazon wird erneut gestreikt.
Beim Versandhändler Amazon wird erneut gestreikt. FOTO: dpa / Guido Kirchner
Frankfurt/Berlin. Im zähen Tarifkonflikt bei Amazon ruft die Gewerkschaft Verdi erneut zu Streiks auf. Die Ausstände sollten bundesweit mit dem Beginn der Frühschicht am Montag beginnen und bis Dienstagabend dauern, teilte Verdi in Berlin mit.

Betroffen seien die Amazon-Standorte in Bad Hersfeld, Koblenz, Leipzig, Rheinberg und Werne. Allein in Bad Hersfeld, dem größten Amazon-Logistikzentrum hierzulande, beteiligen sich laut Verdi rund 500 Beschäftigte an dem Streik vor dem Tag der Deutschen Einheit. Insgesamt erwarte man rund 2000 Teilnehmer und rechne daher mit Lieferverzögerungen.

Amazon habe Lohnerhöhungen von 2,0 bis maximal 2,7 Prozent ab Oktober angeboten, erklärte Verdi. Diese „geringen“ Steigerungen zementierten aber den Abstand zu den Tariflöhnen im Einzel- und Versandhandel. Der Konzern versuche, die Beschäftigten mit einseitigen Lohnerhöhungen von Streiks abzuhalten. Sicherheit biete jedoch nur ein Tarifvertrag. Amazon erklärte, man erwarte keine Lieferverzögerungen wegen der Streiks, da nur manche regionale Standorte betroffen seien. Der Konzern passe die Löhne jährlich an und habe dies auch in den vergangenen Jahren getan.

Verdi kämpft seit 2013 um einen Tarifvertrag für die rund 16 000 Beschäftigten des US-Händlers in Deutschland – bislang erfolglos. Das Unternehmen betonte zuletzt, man könne auch ohne einen solchen Vertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein.



(dpa)