| 23:44 Uhr

Kommentar
Vom Landwirt zum Bittsteller

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das Dürre-Jahr 2018 ist für viele Landwirte zum Albtraum geworden. Ohne rasche Hilfe dürften zahlreiche Höfe vor dem Ruin stehen. Eine Milliarde Euro könnten hier für Abhilfe sorgen. Die Bundesregierung indes sieht keinen Grund zur Eile und verweist zur Abschätzung der Schäden auf den Erntebericht, der erst Ende August erscheint. Von Stefan Vetter

Warum so spät, wenn die Not-Ernten doch schon vor dem Abschluss stehen? Und noch etwas stimmt bedenklich: Seit vielen Jahren wird über eine Risikoausgleichs-Rücklage diskutiert, durch die Bauern in guten Erntejahren mittels Steuernachlässen ein Finanzpolster für schlechte Zeiten bilden könnten. Doch das Bundesfinanzministerium mauert. Dabei wäre eine solche Rücklage vernünftig. Geschädigte Landwirte müssten dann nämlich keine Bittsteller mehr sein – so wie in diesen Tagen.