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Verdi weitet Streiks bei der Deutschen Post aus

Bonn. Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Deutschen Post verschärft die Gewerkschaft Verdi den Arbeitskampf: Nachdem gestern vor allem in den Briefverteilzentren rund 8000 Beschäftigte dem Aufruf von Verdi zu Arbeitsniederlegungen gefolgt waren, sollen jetzt auch Briefträger und Paketboten schrittweise in den Ausstand einbezogen werden, kündigte die Gewerkschaft an. Agentur

Damit könnten sich die Folgen des Ausstandes bei den Postkunden stärker bemerkbar machen.

Die Streiks in Briefzentren der Deutschen Post in Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben sich gestern kaum auf die Briefzustellung ausgewirkt. In der Nacht seien etwa zehn Prozent der Sendungen liegengeblieben, sagte ein Sprecher der Post. Im Laufe des Vormittags seien diese dann alle bearbeitet worden. Ein Teil dieser Briefe solle spätestens heute zugestellt werden. Bis zu 400 Mitarbeiter von Briefzentren hatten sich nach Angaben eines Sprechers der Gewerkschaft Verdi an den Streiks beteiligt. Zusteller waren nicht mit dabei.

Seit Wochenanfang stehen bei dem Konzern die Zeichen auf Konfrontation. Nicht mehr mit Nadelstichen, sondern mit unbefristeten Streiks will Verdi die Post zum Einlenken zwingen. In dem Tarifkonflikt geht es um Bezahlung und Arbeitszeit für rund 140 000 Beschäftigte. Kern der Auseinandersetzung ist aber der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Die dort beschäftigten 6000 Paketboten werden nicht nach dem Post-Haustarif bezahlt, sondern erhalten die oft niedrigeren Löhne der Logistikbranche.