| 23:35 Uhr

Ausbau der Stromnetze stockt
Verband fordert Kurswechsel bei Energiewende

Berlin. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat bei der Energiewende einen Kurswechsel gefordert. „Wir müssen den Kunden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt rücken und die Vorteile der Digitalisierung viel stärker nutzen“, sagte Andreas Feicht, VKU-Vizepräsident und Chef der Wuppertaler Stadtwerke, in Berlin.

„Aus der Energiewende 1.0 muss eine Energiewende 2.0 werden.“

Der Bürger solle immer stärker zu einem gestaltenden Akteur und nicht auf die Rolle als „passiver Verbraucher“ reduziert werden. „Auch der Verbraucher kann von der Energiewende profitieren. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten.“ Beispiele hierfür seien das Mieterstrommodell, Solardächer, Batteriespeicher oder Elektroautos. Bei der Energiewende sollen Energiequellen wie Kohle, Gas und Atomkraft durch umweltfreundliche Energieträger wie Sonne und Wind ersetzt werden. Deutschland gilt dabei weltweit als Vorreiter. Derzeit stockt aber vor allem der notwendige Ausbau der Stromnetze durch die Übertragungsnetzbetreiber. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will den Netzausbau beschleunigen.

Feicht sagte, die Energiewende werde im Wesentlichen dezentral umgesetzt und könne nur dort gelingen – und zwar über die Verteilnetze. „Daraus ergibt sich die logische Konsequenz, dass der Schwerpunkt eines funktionierenden Plans genau dort ansetzen muss.“ Die großen Übertragungsnetzbetreiber transportieren Strom über längere Strecken – über Verteilnetze gelangt er dann an die Endverbraucher wie private Haushalte.