| 23:21 Uhr

US-Autoriese legt Sparprogramm auf
General Motors streicht Tausende Jobs

In Hamtramck, Michigan, wird der Chevrolet Volt gebaut: Der US-Autobauer General Motors hat ein großes Sparprogramm mit massivem Personalabbau angekündigt. Diesem Montagewerk droht gar die Schließung.
In Hamtramck, Michigan, wird der Chevrolet Volt gebaut: Der US-Autobauer General Motors hat ein großes Sparprogramm mit massivem Personalabbau angekündigt. Diesem Montagewerk droht gar die Schließung. FOTO: dpa / Paul Sancya
Detroit. Diese Nachricht dürfte US-Präsident Donald Trump gar nicht gefallen: Der größte Autohersteller Amerikas will massiv Stellen streichen. Wegen der Umstellung auf Zukunftstechnologien könnten gleich mehrere Werke geschlossen werden.

Der amerikanische Autokonzern General Motors will in Nordamerika bis zu 14 000 Stellen in Produktion und Verwaltung abbauen. Zudem werde im Zuge einer Restrukturierung zur Kostensenkung die Schließung von fünf Fabriken geprüft. Zukünftig solle der Schwerpunkt auf autonome und elektrische Fahrzeuge gelegt werden, teilte das Unternehmen gestern in Detroit mit.

Die Entlassung von etwa 15 Prozent der 54 000 GM-Mitarbeiter in Nordamerika solle bis Ende kommenden Jahres sechs Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) sparen, erklärte der Autobauer. Diese Summe kommt zu den 6,5 Milliarden Dollar hinzu, die bis Ende dieses Jahres eingespart werden sollen.

General Motors ist der größte Autohersteller in den USA mit den Marken Chevrolet, Buick, Cadillac und GMC. Bei den zur Disposition stehenden Fabriken in Detroit, Lordstown, Oshawa in Kanada, Warren und Baltimore handele es sich überwiegend um Standorte, in denen derzeit Modelle montiert werden, die nach 2019 nicht mehr in den USA verkauft werden sollen, erklärte das Unternehmen. Sie könnten geschlossen werden oder Aufträge zum Bau anderer Modelle bekommen. Darüber solle in Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften im kommenden Jahr gesprochen werden.



GM-Chefin Mary Barra sagte, das Unternehmen erwarte keinen Wirtschaftsabschwung. Vielmehr wolle es vorangehen, während es ihm und der Wirtschaft gut gehe. Die Branche entwickle sich schnell in Richtung Elektroantrieb, autonomes Fahren und gemeinsame Fahrzeugnutzung. Daran müsse sich GM anpassen. Das Unternehmen stelle immer noch Softwarespezialisten und Experten für elektrische und selbstfahrende Autos ein. Die Entlassungskandidaten arbeiteten dagegen in Bereichen für konventionelle Fahrzeugantriebe.

Allerdings gehört zu den von Schließung bedrohten Werken auch das, in dem der Hybrid Chevrolet Volt gebaut wird. In Kanada sind 3300 Fabrikarbeiter, in den USA 2600 von Stellenstreichungen betroffen. Sie könnten eventuelle neue Jobs in SUV- und Lkw-Werken finden, hieß es. Barra sagte, in diese Sparten habe GM zuletzt investiert. In der Verwaltung sollen 8000 Stellen wegfallen.

Ein Analyst sagte, GM stelle ganze Modellreihen wohl deswegen ein, weil mit den Autos kein Geld mehr zu verdienen sein. „Wir schätzen, dass Limousinen einen großen Verlust machen, deswegen ist eine klassische Restrukturierung notwendig“, sagte Citi-Analyst Itay Micheli.

Auch andere Autohersteller in den USA haben Kostensenkungen angekündigt. Ford hat nur noch nicht gesagt, wie viele Stellen gestrichen werden sollen. Auch Toyota denkt über Kostensenkungen nach, obwohl der japanische Konzern gerade ein neues Werk in Alabama baut. Fiat Chrysler hat in den USA vor zwei Jahren den Bau von kleinen und mittleren Autos eingestellt, Ford will außer dem Sportwagen Mustang in den USA gar keine Autos mehr bauen.

(dpa)