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Krisenbranche
Stellenabbau bei jedem zweiten Autozulieferer

 Die Umfrage zeigt: Viele Autozulieferer wollen den Rotstift drastisch ansetzen.
Die Umfrage zeigt: Viele Autozulieferer wollen den Rotstift drastisch ansetzen. FOTO: picture alliance / dpa / Armin Weigel
Berlin. Die Autozulieferindustrie in Deutschland will einer Umfrage zufolge in großem Stil Arbeitsplätze streichen. Jeder zweite Job soll wegfallen.

(dpa) Die Autobranche, eine der Schlüsselindustrien in Deutschland, droht noch tiefer in die Krise zu rutschen. Mehr als jeder zweite Autozulieferer plant inzwischen mit einem Stellenabbau, wie aus einer neuen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervorgeht.

Der Grund dafür sei nicht nur, dass konjunkturbedingt Aufträge wegbrechen, sondern auch der Umstieg auf elektrische Antriebe, erklärten die Befragten. Hier seien weniger Bauteile nötig, die Fertigung könne stärker automatisiert werden. Die schlechte Lage der Autoindustrie sei ein Warnsignal für die Konjunktur, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Die internationalen Handelskonflikte, der Brexit und die schwache Weltkonjunktur belasteten die Geschäfte. Der Verband fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen. „Wir brauchen eine klare Strategie für den Ausbau der Ladeinfrastruktur und ab 2021 einen fairen Kostenausgleich für höhere CO2-Preise auf Gas, Öl und Treibstoffe“, fordert er.

Der Umfrage zufolge sieht inzwischen mehr als jeder zweite Kraftfahrzeugbauer ein Geschäftsrisiko in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise als Belastung.



Die Studie liefert zwar keine Daten für das Saarland, doch läuft dort der Stellenabbau in der Auto- und Autozulieferindustrie schon seit einiger Zeit und wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. So hat etwa Ford in Saarlouis 2019 rund 1600 Arbeitsplätze abgebaut. Bosch hat in Homburg 2018 bereits 400 Jobs gestrichen, 2019 sind weitere 200 weggefallen, und in diesem Jahr soll der Personalabbau weitergehen.

Darüber hinaus steckt der Auto-Abgasanlagenhersteller Neunkirchen in einem langfristigen Stellenabbau: 2019 und 2020 sollen insgesamt 200 Jobs wegfallen.