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Treofan hat Gewinn nahezu verdoppelt

Frankfurt/Neunkirchen. Der Folienhersteller Treofan, der sein größtes Werk in Neunkirchen hat, sieht sich auf Wachstumskurs. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll um bis zu 25 Prozent steigen. Lothar Warscheid

Der Kunststofffolien-Spezialist Treofan hat seine Ertragskraft im vergangenen Jahr spürbar gesteigert. Der operative Gewinn vor Zinsen , Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat sich von 18 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 32 Millionen Euro im vergangenen Jahr "nahezu verdoppelt". Das teilte Treofan-Vorstandschef Walter Bickel gestern bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt mit. Für dieses Jahr wird ein Ebitda von 35 bis 40 Millionen Euro erwartet. Treofan hat die Rentabilität unter anderem dadurch erhöhen können, "indem wir uns weiter spezialisiert haben", sagte Marco Holst, der im Vorstand für Geschäftsentwicklung zuständig ist. "Wir verkaufen nicht nur Folien, unter anderem für die Lebensmittel-Industrie, wir bieten Lösungen an". Der Anteil der Spezial-Folien an der Gesamtproduktion erreichte im vorigen Jahr 69 Prozent. Für 2016 sind 72 Prozent angepeilt.

Beispiel: Im Geschäftsfeld Verpackungen und Etiketten versorgt Treofan vor allem die Hersteller von Süßwaren wie Schokoriegel oder Schokolade-Tafeln, aber auch die Produzenten von Keksen oder gesalzenen Snacks, beispielsweise Kartoffelchips. Hier hat Treofan unter anderem eine Folie entwickelt, die es ermöglicht, dass eine Packung mit Keksen beliebig oft geöffnet und verschlossen werden kann, ohne dass die Qualität der Kekse leidet. "Andere Kunden legen Wert darauf, dass die Kunststoffe wie Alu-Folien silbern glänzen", erläuterte Carolyn Wagner, die den Geschäftsbereich Verpackungen und Etiketten leitet. Um das zu erreichen, werden nur wenige Alu-Atomschichten auf die Kunststoff-Folie aufgetragen.

Anfang des Jahres ist das Treofan-Werk in Zacapu (Mexiko) mit einer Fertigungsstraße für solche metallisierten Folien ausgestattet worden.



Die Treofan Group , die ihren Firmensitz in Raunheim (nahe Frankfurt) hat, verfügt über vier Produktionsstandorte. Neben dem Werk in Mexiko sind es Fertigungsstätten in Neunkirchen sowie in Terni und Battipaglia (beide Italien). Das Werk an der Saar ist mit einer Maximal-Kapazität von 70 000 Tonnen Folien pro Jahr die größte Fertigungsstätte, gefolgt von Mexiko (60 000 Tonnen) und den italienischen Werken (zusammen 55 000). Außerdem ist in Neunkirchen auch die Entwicklung mitsamt einer Pilotanlage angesiedelt. Insgesamt produzierte Treofan im vergangenen Jahr 155 000 Tonnen. Die Gruppe hat seit 2013 rund 75 Millionen Euro investiert. Mehr als 30 Millionen Euro davon flossen alleine in eine neue Fertigung in Neunkirchen, die "inzwischen voll angelaufen ist", sagt Bickel.

Die Treofan Group erwirtschaftet einen Umsatz von rund 450 Millionen Euro und beschäftigt insgesamt mehr als 1100 Mitarbeiter, davon 500 in Neunkirchen. Größter Treofan-Anteilseigner ist mit 43 Prozent der italienische Private Equity Fonds Management & Capitali. Jeweils 23 Prozent gehören dem Fonds EBF und der US-Bank Goldman Sachs .