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Unbefriedigende Umsätze
Leifheit-Chef Radke muss seinen Hut nehmen

„Unbefriedigende Umsätze“. Der Vorstandsvorsitzende des Haushaltswarenherstellerers Leifheit, Thomas Radke, muss gehen.
„Unbefriedigende Umsätze“. Der Vorstandsvorsitzende des Haushaltswarenherstellerers Leifheit, Thomas Radke, muss gehen. FOTO: dpa / Thomas Frey
Nassau. (dpa) Der Chef des Haushaltswaren-Herstellers Leifheit muss gehen. Der Aufsichtsrat habe Thomas Radke mit sofortiger Wirkung abberufen und freigestellt, teilte das Unternehmen am Montag in Nassau mit.

Ein Nachfolger soll noch im Verlauf des Jahres gefunden werden. Eigentlich wäre Radke noch bis Ende 2019 im Amt gewesen. Das Unternehmen sprach von „unbefriedigenden Umsätzen“.

Vorübergehend werden seine Aufgaben von Finanzvorstand Ivo Huhmann übernommen, ab November gemeinsam mit dem neuen Vorstandsmitglied Igor Iraeta Munduate. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Helmut Zahn, sagte nach einer Mitteilung, die von Radke auf den Weg gebrachte Zukunftsstrategie „Leifheit 2020“ habe anfangs Erfolge erzielt. „Zuletzt aber blieb der Erfolg aus, infolgedessen haben wir einen Vertrauensverlust bei Aktionären und Geschäftspartnern hinnehmen müssen.“

Erst vor kurzem hatte das Traditionsunternehmen, das unter anderem Wäschespinnen, Reinigungsprodukte und Bügelbretter herstellt, seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert und von einem Umsatzwachstum von nur noch 2,5 bis 3,5 Prozent gesprochen. Als Grund nannte Leifheit eine schwache Nachfrage für elektrische Geräte zur Reinigung von Oberflächen. Nun werden mit 236,8 Millionen Euro lediglich noch Erlöse auf dem Niveau des Vorjahres angepeilt.



Die Abberufung Radkes führe zu Rückstellungen für Personalaufwendungen, teilte das Unternehmen mit. Dies schmälere das erwartete operative Ergebnis. Radke war seit 2014 Leifheit-Chef; seinerzeit kam er vom Schreibwarenhersteller Herlitz nach Nassau.