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SCN Reisezeit
Ensheim verbucht Minus bei Passagieren

 Auf der Tourismusmesse „SCN Reisezeit“ präsentierten zahlreiche Aussteller ihr Reiseangebot für das kommende Jahr. Der Flughafen hofft auf zunehmenden Tourismusverkehr.
Auf der Tourismusmesse „SCN Reisezeit“ präsentierten zahlreiche Aussteller ihr Reiseangebot für das kommende Jahr. Der Flughafen hofft auf zunehmenden Tourismusverkehr. FOTO: BeckerBredel
ensheim. Rund 50 Aussteller präsentierten sich am Wochenende auf der Reisemesse „Reisezeit“ am Flughafen. Dabei ging es um neue Urlaubstrends. Von Udo Rau

Der Flughafen in Ensheim setzt noch stärker als bisher auf den Ausbau des Tourismusverkehrs – ein Segment, das am saarländischen Flughafen traditionell stärker ausgeprägt ist als der von Geschäftskunden geprägte Linienverkehr.

Entsprechend war der Flughafen am Wochenende erneut Schauplatz der Tourismusmesse „SCN Reisezeit“, bei der 50 Aussteller ihre touristischen Angebote präsentierten. Bereits zum vierten Mal fand die Messe statt, zu der der Flughafen insgesamt rund 10 000 Besucher erwartete.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) blickte bei der Eröffnung der Messe am Samstag optimistisch in das Reisejahr 2019. Sie gehe davon aus, dass die Passagierzahlen nach einem schwierigen 2018 wieder ansteigen würden. Das vergangene Jahr war ihr zufolge geprägt von „abrupten Präferenzänderungen im Reiseverhalten der Fluggäste und Kapazitätsengpässen bei Fluggesellschaften.“ Die „SCN Reisezeit“ sei mittlerweile „aus dem Messekalender der Großregion nicht mehr wegzudenken“.



Der Flughafen in Ensheim, der das internationale Kürzel „SCN“ trägt, musste im vergangenen Jahr einen herben Rückschlag bei der Passagierzahl einstecken. Wie Flughafen-Sprecher Ludwin Vogel erklärte, standen Ende 2018 rund 361 000 Passagiere in der Bilanz – rund 41 000 weniger als 2017. Dafür seien vor allem zwei Gründe maßgebend, so Vogel: Einmal zu geringe Kapazitäten vor allem im Türkei-Verkehr und zum anderen Rückgänge beim bisherigen Top-Ziel Mallorca. Aufgrund gestiegener Preise haben viele Urlauber Abstand vom Urlaub auf der Baleareninsel genommen. Stattdessen sei die preisgünstigere Türkei stärker gefragt.

Eine Prognose für 2019 sei nicht möglich, sagte Vogel. Die Vorlieben im Ferienreiseverkehr seien zu sprunghaft. Hinzu kommt, dass der Flughafen im März die Landebahn mit einer neuen Sicherheitsfläche erweitert, weswegen er zwischen 11. und 30. März komplett geschlossen bleibt. Intern plant der Flughafen aber weiterhin mit einer Nachfrage von rund 400 000 Passagieren jährlich.

Die Kunden setzten aber nicht nur auf Flugreisen. Unter anderem werden auch Kreuzfahrten immer beliebter, sagt beispielsweise Reisebüro-Inhaber Karim Hassanzadeh aus Saarbrücken: „Wir haben eine riesige Nachfrage nach Kreuzfahrten.“ Auch beim Reiseziel Türkei steige die Nachfrage, sagt Christina Göhrl von Öger Tours: „Bei uns sind einige Anlagen für den Sommer schon ausgebucht.“ Amin Raschid von der Thomas-Cook-Tochter Tour-Vital sieht vor allem bei über 50-Jährigen eine große Nachfrage nach Fern- und Erlebnisreisen. Und auch das Segment Wellnessreisen lege deutlich zu, hieß es auf der Messe. Generell liegen Fernreisen, preislich höher angesiedelt, gut im Markt. Während David Martinovic von Bur-Bus-Reisen aus Kleinblittersdorf anmerkt, dass Busreisen zunehmend auch für Jugendliche attraktiv werden. Hinzu kommen Sonderreisen ab Saarbrücken wie zum 26. Mal der Pilgerflug nach Lourdes, nach Sardinien, Ägypten und Portugal sowie in die Normandie/Bretagne, nach Kalabrien und zur britischen Kanalinsel Jersey.

Am Flughafen selbst liegt die Hoffnung vor allem auf dem Ferienverkehr. Da mit den drei Zielen Hamburg, Berlin und München der vor allem von Geschäftsreisenden genutzte Städteverkehr ausgereizt ist, gelte es, den Reiseverkehr auszubauen. „Wir bieten in diesem Sommer 30 statt bisher 23 Flüge wöchentlich zu acht Ferienzielen an. Daher rechnen wir 2019 mit einem Anstieg der Passagierzahlen“, sagte Flughafen-Geschäftsführerin Rita Gindorf-Wagner. Zusätzlich soll die Verbindung zu ganzjährig erreichbaren Ferienzielen ausgebaut werden.

Tuifly bedient hier wöchentlich die drei Kanareninseln Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa, dazu die griechischen Inseln Rhodos, Kreta und Kos. Tuifly legt statt bisher sieben jetzt elf Wochenflüge auf und Eurowings sieben statt bisher sechs Flüge nach Mallorca. Sun Express stockt von bisher drei auf fünf Flüge wöchentlich ins türkische Antalya auf. Gindorf-Wagner ist zufrieden mit der Entwicklung griechischer Ziele mit rund 28 000 Passagieren, mit den Kanaren mit rund 29 000 Passagieren, davon rund 10 000 zum neuen Ziel Teneriffa. Mittlerweile kommen rund 30 Prozent der Feriengäste aus „Grand Est“.