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Drei Stufen geplant
„Tierwohl-Label“ nimmt Kontur an

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. FOTO: dpa / Michael Kappeler
Berlin. Bessere Kennzeichnung für Fleisch und Wurst soll 2020 in Supermärkten kommen.

() Das geplante staatliche „Tierwohl-Label“ für Fleisch und Wurst im Supermarkt soll nach Plänen von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) drei Stufen bekommen. Dabei soll die Eingangsstufe „eindeutig über dem gesetzlichen Standard“ liegen, wie das Ministerium am Samstag mitteilte. „Unsere Kennzeichnung wird klar, wahr und verlässlich sein“, sagte die Ressortchefin. „Wir werden das Label so attraktiv machen, dass viele Landwirte mitmachen und sich dadurch die Haltungsbedingungen der Nutztiere spürbar verbessern.“ Welche Auflagen die Bauern bei der Tierhaltung im einzelnen für die verschiedenen Einstufungen einhalten müssen, wurde noch nicht mitgeteilt.

Mit den Eckpunkten kündigt Klöckner einige Änderungen am bisherigen Konzept an. Ihr Vorgänger Christian Schmidt (CSU) hatte Kriterien für das Label erarbeitet, es bis zur Bundestagswahl aber nicht umgesetzt. Seine Pläne hatten zwei Stufen des Labels vorgesehen – eine Eingangs- und eine Premiumstufe. Klöckner will außerdem auf die bisher auf dem Logo angedachte schwarz-rot-goldene Flagge verzichten. Dies könne von Verbrauchern fälschlich als Angabe zur Herkunft verstanden werden. Klöckner stellte die Eckpunkte nach einem Gespräch mit Vertretern von Tierhaltern, Verbraucherzentralen, Tierschützern und Handel vor. Ziel sei eine breite Beteiligung in Supermärkten und Gastronomie. Für Landwirte soll die Teilnahme freiwillig sein, die Kriterien müssten dann aber verbindlich eingehalten werden. Mitgenommen werden sollten Bauern, die bei der seit 2015 bestehenden „Initiative Tierwohl“ mitmachen. Dabei erhalten Landwirte für Zusatzleistungen Geld aus einem Fonds, in den Supermarkt-Ketten einzahlen. Geplant ist eine staatliche Förderung für Stall-Umbauten und eine Werbekampagne.

Klöckner strebt an, dass das „Tierwohl-Label“ bis 2020/2021 in die Supermärkte kommt. Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2019 ein Konzept dafür zu schaffen. Im Handel sind bereits einige Kennzeichnungen gestartet worden, auch der Bauernverband hat eigene Vorschläge gemacht.



Die Ministerin sagte, mit dem staatlichen Label solle Verbrauchern eine verlässliche Orientierung gegeben werden, wie viel Tierwohl in Produkten stecke. „Ohne diejenigen zu diskriminieren, die sich zwar gesetzeskonform verhalten, aber lediglich die vorgeschriebenen Mindeststandards bei der Tierhaltung einhalten.“