| 23:44 Uhr

Amerikanischer Elektroautobauer
Tesla schreibt weiter tiefrote Zahlen

Palo Alto. Dennoch glaubt Elon Musk, der Chef des Elektroautobauers, fest daran, dass das Unternehmen kurz davor steht, nachhaltig profitabel zu werden.

Tiefrote Zahlen, doch die Aktionäre sind euphorisch: Tesla-Chef Elon Musk hat die Wall Street einmal mehr mit großen Versprechen beeindruckt. Die schwierige Produktion des Hoffnungsträgers Model 3 solle endlich richtig Fahrt aufnehmen und Gewinne abwerfen, verkündete Musks Unternehmen. Tesla stehe kurz davor, „nachhaltig profitabel“ zu werden, bekräftigte der schillernde Tech-Milliardär. Das kam am Markt gut an – die Aktie stieg nachbörslich zeitweise um über neun Prozent. Überzeugungsarbeit bei den Investoren war angebracht. Denn noch ist das Model 3 ein finanzieller Kraftakt, der Tesla im Frühjahr tiefer als erwartet in die roten Zahlen drückte. Im zweiten Quartal schlug ein auf die Aktionäre entfallender Verlust von 718 Millionen Dollar (615 Millionen Euro) zu Buche. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag bei 336 Millionen Dollar gelegen.

Tesla geht davon aus, bis Ende August eine wöchentliche Fertigungsrate von 6000 Stück beim Model 3, seinem ersten günstigeren Auto für den Massenmarkt, zu erreichen. Danach soll das Tempo rasch weiter erhöht werden. „Wir streben an, die Produktion so schnell wir können auf 10 000 Stück pro Woche auszuweiten“, hieß es im Brief an die Aktionäre. Ab einer Rate von 7000 Stück meint Tesla-Chef Musk, dauerhaft profitabel wirtschaften zu können. Im dritten Quartal will Tesla insgesamt 50 000 bis 55 000 Model 3 produzieren. Der Abfluss von liquiden Mitteln war allerdings nicht so stark wie von Experten befürchtet. Angesichts etlicher Mammut-Projekte, die sich der Tesla-Chef vorgenommen hat, wären Kapitalerhöhungen indes nicht verwunderlich. So will Musk etwa riesige Batterie- und Autofabriken in Asien und Europa hochziehen. Für das erste ausländische Werk in China will Tesla fünf Milliarden Dollar in die Hand nehmen, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete.

Auch Politiker hierzulande sind neuerdings im Tesla-Fieber. Nachdem Musk Deutschland im Juni als „bevorzugte Wahl für Europa“ bezeichnete, bringen sich Bundesländer als Tesla-Standorte ins Spiel. Das Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bekundeten bereits Interesse, jetzt zog auch Bayern nach. Als möglichen Sitz für ein Tesla-Werk nannte Landeswirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) in der „Süddeutschen Zeitung“ die Region Hof in Nordostbayern. Es gebe bereits Kontakte, „der Freistaat bietet für eine Ansiedlung exzellente Voraussetzungen“.