| 20:44 Uhr

Angst vor massivem Verlust an Arbeitsplätzen
Telekom-Betriebsrat warnt vor Roaming-Pflicht

Bonn. (dpa) Lokale Roaming-Pflichten in Deutschland würden nach Ansicht des Betriebsrats der Deutschen Telekom tausende Arbeitsplätze gefährden. „Käme so ein Roaming, würden unsere Investitionen entwertet und künftige Ausgaben in die Infrastruktur und somit auch ins Personal müssten abgesenkt werden“, sagte Telekom-Betriebsratschef Josef Bednarski.

Auf lange Sicht müsste deutlich Personal eingespart werden - bei den drei Netzbetreibern Telekom, Telefónica und Vodafone, die in den Netzausbau investieren, wäre eine fünfstellige Zahl an Arbeitsplätzen vom Rotstift bedroht, sagt er.

Das lokale Roaming, also die Nutzung von Netzen durch Konkurrenten, ist ein Vorschlag der Bundestagsfraktionen von Union und SPD, damit Verbraucher in Funklöchern auf dem Land kostenlos mit anderen Netzen verbunden werden. Bednarski hält das für „Populismus“ fernab der wirtschaftlichen Realität.

Im Frühjahr steht die Auktion von Frequenzen der neuen Mobilfunkgeneration 5G an, die Technologie ist besonders für die Industrie wichtig. Die Bundesnetzagentur hat in ihren Vergaberegeln bisher auf Roamingpflichten verzichtet – sie setzt darauf, dass die unterschiedlichen Firmen der Branche miteinander verhandeln. Die Vizechefs der Bundestagsfraktionen fordern eine rasche Gesetzesänderung, um die lokale Roamingpflicht noch durchzusetzen.



Kurz vor Weihnachten haben Telefónica (O2) und Vodafone Klage gegen die Regeln der 5G-Frequenzvergabe eingereicht. Nach einem Medienbericht folgt nun auch die Telekom. 

(dpa)