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Sprit- und Ölknappheit
Tankwagen dürfen wegen Niedrigwassers sonntags fahren

Niedrigwasser auf dem Rhein belastet den Transport.
Niedrigwasser auf dem Rhein belastet den Transport. FOTO: dpa / Uli Deck
Düsseldorf/Ludwigshafen. Nach Versorgungsengpässen beim Sprit dürfen in Nordrhein-Westfalen Lastwagen auch sonntags die Tankstellen beliefern. Die Landesregierung hat das Sonntagsfahrverbot ausgesetzt. Bis zum 31. Mai kommenden Jahres müssen für Treibstoff- und Heizöl-Transporte innerhalb von Nordrhein-Westfalen keine Ausnahmegenehmigungen mehr beantragt werden. dpa

Wegen des anhaltenden Niedrigwassers auf dem Rhein ist die Versorgung der Tankstellen mit Diesel und Benzin ins Stocken geraten. Die Tankschiffe können nur halb so viel Kraftstoff laden wie üblich. Immer wieder müssen deshalb einzelne Tankstellen den Verkauf vorübergehend einstellen. Die Aussetzung des Sonntagsfahrverbots soll den Transportunternehmen helfen, die Fahrzeuge flexibler einzusetzen. Zusätzliche Tankwagen werden aber nicht fahren.

Nach einer leichten Entspannung durch vereinzelte Regenfälle sinken die Wasserstände nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Duisburg-Rhein wieder. Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Nach Berechnungen mit Daten des Deutschen Wetterdienstes sei frühestens in der zweiten Dezemberhälfte mit ergiebigeren Niederschlägen zu rechnen, sagte Hydrologe Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt. Frost und Schnee könnten die Lage aber auch noch einmal verschärfen.

BASF-Chef Martin Brudermüller fordert angesichts der Wasserknappheit im Rhein eine Diskussion über Gegenmaßnahmen. „Der Rhein ist eine Schlagader für Europa und ganz besonders für Deutschland“, sagte Brudermüller dem „Tagesspiegel“. Dies gelte in logistischer wie in ökologischer Hinsicht. „Wenn weniger Wasser reinfließt, darf auch nur weniger rausfließen. Dafür wären dann Schleusen und Stauwerke erforderlich“, sagte der seit Mai amtierende Chef des Chemiekonzerns. „Über solche Infrastrukturinvestitionen müssen wir diskutieren.“



In der 153-jährigen Geschichte der BASF habe das Unternehmen nie einen solchen Sommer erlebt. „In diesem Jahr haben wir seit April einen geringen Wasserstand, der uns in Ludwigshafen, wo täglich 20 Schiffe an- und ablegen, schon sehr belastet“, sagte Brudermüller. BASF transportiert an seinem Stammwerk Ludwigshafen 40 Prozent der Güter per Schiff.