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Streiks bei der Post und im Einzelhandel

Mainz. Neben den Postlern an Rhein, Mosel und Saar sind nun auch Beschäftigte des saarländischen Einzelhandels in den Streik getreten. Die Gewerkschaft Verdi will den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und kündigt deshalb Ausweitungen der Streiks an. Agentur

Die Deutsche Post hat die Streiks in Briefzentren und von Briefträgern und Paketzustellern in Rheinland-Pfalz und im Saarland nach Angaben eines Sprechers weitgehend abfedern können. Etwa elf Prozent der Briefe und zehn Prozent der Pakete seien gestern verspätet oder überhaupt nicht zugestellt worden. Man wisse, wie man in Ausnahmesituationen zu reagieren habe, sagte der Sprecher und verglich die Situation mit dem Weihnachtsgeschäft. Die Post habe Aushilfskräfte mit der Zustellung beauftragt.

Briefträger und Paketzusteller der Post waren ihren Kollegen in den Briefzentren gefolgt und ebenfalls in den Streik getreten. Zusteller in Koblenz, Neuwied, Trier und Kaiserslautern legten ihre Arbeit nieder, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Im Saarland streikten Boten in St. Ingbert, Neunkirchen, Völklingen und Hülzweiler. Etwa 400 Mitarbeiter in den Briefzentren und 300 Zusteller hatten nach Schätzungen eines Verdi-Sprechers gestreikt. In den kommenden Tagen sollen sich Zusteller in weiteren Orten beteiligen, hieß es weiter.

Hintergrund ist die Ausgründung von 49 regionalen Paketgesellschaften. Verdi sieht darin einen Bruch bestehender Vereinbarungen. In diesen Unternehmen arbeiten bereits mehr als 6000 Paketboten, die nicht nach dem Haustarif bezahlt werden, sondern nach niedrigeren Logistik-Tarifen.

Mit den Postlern solidarisiert hatten sich Beschäftigte des saarländischen Einzelhandels. Sie waren am Mittwoch ebenfalls in den Streik getreten. Zusammen mit Post-Mitarbeitern demonstrierten in Saarbrücken nach Verdi-Angaben etwa 250 Menschen. Die Arbeit niedergelegt hatten Beschäftigte bei Handelsketten wie Kaufland , H&M, Esprit, Zara und Real. Nach Angaben einer Kaufland-Sprecherin hielt sich in der Filiale in Riegelsberg die Streikbeteiligung in Grenzen. Von 90 Mitarbeitern zogen neun in den Ausstand. Die Filiale hatte normal geöffnet.

Verdi im Saarland kündigte an, die Streiks im Einzelhandel auszuweiten. Von heute bis Samstag sollen Geschäfte auch im rheinland-pfälzischen Trier betroffen sein. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von einem Euro pro Stunde und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 70 Euro im Monat.