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Staatsanwaltschaft klagt Zumwinkel an

Bochum. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Anklage gegen den ehemaligen Postchef Klaus Zumwinkel erhoben. Die Anklageschrift ist am Donnerstagabend beim Landgericht Bochum eingegangen, wie der Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek am Freitag mitteilte

Bochum. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Anklage gegen den ehemaligen Postchef Klaus Zumwinkel erhoben. Die Anklageschrift ist am Donnerstagabend beim Landgericht Bochum eingegangen, wie der Bochumer Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek am Freitag mitteilte. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" legen die Ankläger Zumwinkel Steuerhinterziehung in Höhe von 1,2 Millionen Euro zur Last. Zumwinkel soll mit Hilfe der Stiftung "Devotion Family Foundation" bei der Liechtensteinischen LGT-Bank Kapitalerträge von etwa 2,5 Millionen Euro erzielt haben, die er demnach dem Finanzamt verschwieg. Der ehemalige Top-Manager, der im Zuge der Steueraffäre als Postchef zurückgetreten war, gründete laut dem Bericht seine Familienstiftung in Liechtenstein bereits 1986 mit ererbtem Familienvermögen. Zumwinkel müsse nun die anfallenden Steuern plus Zinsen für die vergangenen zehn Jahre begleichen.Laut "SZ" soll die Staatsanwaltschaft in der bevorstehenden Hauptverhandlung vermutlich zwei Jahre Haft auf Bewährung beantragen. Zusätzlich könnte das Gericht dem Bericht zufolge eine Geldstrafe und eine Bewährungsauflage in Millionenhöhe gegen den ehemaligen Post-Chef Zumwinkel verhängen. Im "Liechtenstein-Komplex" gehen die Behörden 780 Fällen mutmaßlicher Steuerhinterziehung nach. 400 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. afp