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Textilindustrie
Sommerhitze beschert Textilhändlern gute Umsätze

Das Sommergeschäft in der Textilbranche lief so gut, dass Verbraucher sogar auf die üblichen Rabatte in der ersten Augustwoche verzichten mussten. Grundsätzlich bleibt die Lage in der Branche aber angespannt. 
Das Sommergeschäft in der Textilbranche lief so gut, dass Verbraucher sogar auf die üblichen Rabatte in der ersten Augustwoche verzichten mussten. Grundsätzlich bleibt die Lage in der Branche aber angespannt.  FOTO: dpa / Boris Roessler
Wiesbaden/Mainz. Die große Hitze hat die Nachfrage nach T-Shirts, Badehosen, Bikinis und Co. in diesem Jahr kräftig angekurbelt. Bei Temperaturen von teils 35 Grad und mehr hätten sich viele Verbraucher in den vergangenen Wochen auch kurzfristig noch mit der passenden luftigen Kleidung für Urlaub, Freizeit und Arbeit eingedeckt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Michael Kullmann, der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

„Die Sommerware ist extrem gut gelaufen, und es ist genügend Platz für die Herbstware da.“

Offizielle Schlussverkäufe wie früher jeweils im Sommer und Winter gibt es zwar im Einzelhandel seit 2004 nicht mehr. In Anlehnung an die frühere Regelung versuchen aber viele Händler in der letzten Juli- und der ersten Augustwoche, die Kunden mit Rabatten in die Geschäfte zu locken. Angesichts der guten Nachfrage hätten viele Geschäfte in diesem Jahr aber weniger hohe Preisnachlässe gewährt wie im vergangenen Jahr, sagte Kullmann. Die Umsätze lägen auf jeden Fall über dem Sommer des Vorjahres.

Grundsätzlich bleibe die Lage im Textil- und im Schuhhandel aber durchaus weiter angespannt. „Wir haben 10 bis 15 Prozent zu viel Fläche im Textileinzelhandel“, sagte Kullmann. Besser sehe es beispielsweise im Möbelhandel und für die Anbieter von Hausgeräten wie Kühlschränken, Geschirrspülern oder Waschmaschinen aus, die vom Bauboom und der guten Konsumstimmung der Verbraucher profitieren. Auch der Lebensmittelhandel sei angesichts des Trends zu immer hochwertigeren Produkten guter Stimmung, sagte Kullmann. Entscheidend für das Abschneiden der Branche im Gesamtjahr seien aber vor allem die letzten drei Monate des Jahres. Der Spielwarenhandel etwa erwirtschafte von Oktober bis Dezember fast ein Drittel seiner gesamten Jahresumsätze.



Im ersten Halbjahr blieben derweil die Umsätze und die Beschäftigtenzahl im Einzelhandel in Rheinland-Pfalz weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres. Preisbereinigt setzten die Einzelhändler 0,2 Prozent mehr um, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems am Freitag mitgeteilt hatte.