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Sicher durch die Facebook-Welt

Hamburg. Millionen Deutsche nutzen Facebook, um zu spielen, zu chatten oder sich über die Aktivitäten der Freunde zu informieren. Mit den Einstellungsmöglichkeiten beschäftigen sich die meisten Nutzer dagegen selten. Doch es lohnt sich, darin ein wenig Zeit zu investieren. Dpa-Mitarbeitertom Nebe

Knapp 30 Millionen Deutsche sind bei Facebook angemeldet. Die wenigsten verwenden aber die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten, die das Surfen in dem sozialen Netzwerk effizienter und sicherer machen.

Aktivitätenprotokoll: Das sogenannte Aktivitätenprotokoll, listet alle Aktionen des Nutzers chronologisch auf. "Es ist nur für das eigene Profil einsehbar und lässt sich nach bestimmten Aktivitäten filtern", erklärt ein Sprecher des Netzwerks. Das Besondere: Versehentlich ausgeführte Aktionen können darüber auch rückgängig gemacht werden. Auch ob nur Freunde oder alle Facebook-Mitglieder einen Beitrag sehen können, lässt sich über dieses Protokoll prüfen und einstellen.

Veranstaltungen: Um zu verhindern, dass plötzlich wild-fremde Menschen die private Feier stürmen, ist es wichtig beim Anlegen einer Veranstaltung in Facebook die Auswahl-Optionen gründlich zu prüfen. Vorsicht ist vor allem bei der Rubrik "Zielgruppe" geboten. Dort können Nutzer festlegen, wer auf die Party kommen darf. Wählen die Nutzer hier "Gäste und Freunde ", können die eingeladenen Personen beispielsweise auch selbst Gäste einladen. Ganz ohne Einschränkung des Publikums ist die Option "Öffentlich". Diese sollte niemals für private Partys gewählt werden.

Freundeslisten: Wer sicherstellen möchte, dass der Chef die privaten Bilder nicht sieht, hat die Möglichkeit, die Personen auf der Kontaktliste in verschiedene Gruppen einzuteilen. Als Standard bietet Facebook die Sortierung "Enge Freunde " und "Bekannte" an, aber auch neue Listen können erstellt werden. Nutzer können festlegen, dass beispielsweise nur "Enge Freunde " die Fotos sehen dürfen.

Privatsphäre : In den Privatsphäre-Verknüpfungen am oberen rechten Bereich des Profils können nicht nur Nutzer, sondern auch Anwendungen blockiert werden. Wen permanente Einladungen zu Spielen nerven, kann dort das jeweilige Programm oder eine Werbeanzeige ausblenden. Selbst einzelne Beiträge lassen sich verbergen oder Nutzer komplett ausblenden. Das funktioniert per Klick auf das Pfeilsymbol am rechten Rand eines Beitrags und die Wahl der entsprechenden Option.

Veröffentlichungen: Doch auch wenn die Privatsphäre genau eingestellt ist - Nutzer sollten wachsam bleiben, rät Carola Elbrecht, Expertin für digitale Rechte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. "Freund ist nicht gleich Freund", mahnt sie und empfiehlt: "Facebook-Nutzer sollten sich immer fragen: Was würde ich meinen Freunden auch im echten Leben erzählen?" Vor unbedachten Veröffentlichungen warnt auch Antje Burmester, Anwältin für Arbeitsrecht. "Selbst wenn ein Beitrag nur mit Freunden geteilt wird, kann der Inhalt auch zum Chef oder an andere ungewünschte Stellen gelangen."

Rechtslage: Zu beachten ist, dass auch in sozialen Netzwerken gesetzliche Regelungen, wie das Recht am eigenen Bild, gelten. "Vorsicht gilt, wenn andere Personen auf dem Foto sind", mahnt Carola Elbrecht. Diese müssen zugestimmt haben. Die Meinungsfreiheit hat ebenfalls Grenzen. Rassistische oder sexistische Kommentare können den Job kosten. "Dafür müssen Arbeitnehmer Konsequenzen tragen. Das können Abmahnungen und in Extremfällen auch Kündigungen sein", sagt Anje Burmester.