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Europäische Zentralbank
Schwache Konjunktur: EZB bleibt auf Niedrigzinskurs

Frankfurt/Vilnius. Europas Währungshüter halten angesichts wachsender Risiken für die Konjunktur an ihrem Billiggeldkurs fest und verschieben eine Zinserhöhung mindestens auf die zweite Jahreshälfte 2020. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent.

Auch an den 0,4 Prozent Strafzinsen, die Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, rüttelt die Notenbank nicht.

Dies entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bei seiner auswärtigen Sitzung gestern in Vilnius. Der EZB-Rat tagt üblicherweise mindestens ein Mal im Jahr außerhalb von Frankfurt.

Sparer müssen sich noch länger gedulden, ehe die Zinsen im Euroraum wieder steigen. Geschäftsbanken bekommen frisches Zentralbankgeld bis mindestens Mitte 2020 weiterhin zum Nulltarif.



Bereits beschlossen sind zudem neue Geldspritzen für Banken. Von September 2019 bis März 2021 stellt die EZB jeweils zweijährige Kredite zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung – im Fachjargon TLTRO genannt. Ziel ist, die Kreditvergabe zu beflügeln und so Wirtschaftswachstum und Inflation
anzuschieben.

Mittelfristig strebt die EZB eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug weg von der Nullmarke. Dauerhaft sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das könnte die Konjunktur bremsen.