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Schuhe für viele Fälle aus Pirmasens

Pirmasens. Klebber-Shop heißt sie und ganz neue Schuhe liefert sie: die Firma von Jutta Turnwald, die Firma mit ungewöhnlichem Schuhwerk. Die zugekauften Sohlen sind aus hartem Buchenholz. Entweder dunkelbraun gebeizt oder naturbelassen Von Merkur-Mitarbeiter Franz Piot

Pirmasens. Klebber-Shop heißt sie und ganz neue Schuhe liefert sie: die Firma von Jutta Turnwald, die Firma mit ungewöhnlichem Schuhwerk. Die zugekauften Sohlen sind aus hartem Buchenholz. Entweder dunkelbraun gebeizt oder naturbelassen. Eine bewegliche Kautschukleiste im Ballenbereich soll zusammen mit dem anatomisch geformten Fußbett der Größen 35 bis 42 für möglichst hohen Tragekomfort sorgen. 25 Modelle, von der Berliner Designerin Heike Suhre entworfen, hat Jutta Turnwald derzeit in ihrer Kollektion und sie hofft, dass es in den nächsten Jahren noch mehr werden. Denn nach ihrer Meinung sind die Klepper auch als Hausschuhe gut geeignet und in Kombination mit dicken Strümpfen nicht nur in der warmen Jahreszeit ein Blickfang. Jutta Turnwald, die vor ihrer Zeit bei Colortex als Modelleurin bei mehreren Schuhfabriken gearbeitet hat, denkt auch schon über Männer-Klebber nach. Die Geschichte könnte der Unternehmerin Recht geben: In den 70er Jahren waren die ledernen Holzschuhe als Clogs ganz große Mode und galten lange als Kultobjekt.Doch das ist noch Zukunftsmusik, denn zuerst müssen die Schuhe an die Frau gebracht werden. Jutta Turnwald will in den nächsten Wochen verstärkt die Werbetrommel rühren. Bei der Messe "The Keyto" in Berlin haben die handgemachten Schuhe aus Pirmasens Gefallen gefunden. Zwei namhafte Geschäfte in der Hauptstadt führen sie seitdem in ihrem Sortiment. Im Juli will Turnwald ihre Produkte erneut in Berlin präsentieren. Anschließend ist die namhafte Modemesse CPD in Düsseldorf ganz dick in ihrem Terminkalender angekreuzt. Außerdem will sie die Klepper verstärkt in Boutiquen wie bei Dorette in der Landauer Straße anbieten, um die individuelle Note ihrer Erfindung zu unterstreichen. Ihre Hoffnungen setzt sie in erster Linie aber auf das Internet. Mit ein paar Mausklicks unter der Adresse www.klebber-shop.de können sich potenzielle Kundinnen Clogs auswählen und dann das Lederblatt mit eigenen Bildmotiven selbst gestalten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die Bilder müssen allerdings eine gute Auslösung besitzen, damit das Leder digital bedruckt werden kann. Die Form wird ausgestanzt und mit vier oder sechs Nieten mit Hilfe einer Pistole an der Holzsohle festgenagelt. Spätestens nach drei Tagen bringt die Post dann die Unikat-Schuhe, die rund 30 Prozent teurer als die Kollektionsware sind, ins Haus. Jutta Turnwald weiß, dass beim Internethandel ein langer Atem notwendig ist und es mindestens drei Jahre dauert, bis schwarze Zahlen in den Büchern stehen. Über aktuelle Verkaufszahlen seit dem Start im vergangenen Jahr wollte sie keine Angaben machen.In der neuen Firma nutzt sie das Know-how der Colortex GmbH, die mit der Schuhbranche immer noch 85 Prozent ihrer Geschäfte abwickelt. Dank eines erprobten Verfahrens ist es möglich, alle digitalen Motive dauerhaft und mit relativ guter Schärfe auf die weiche Lederbandage zu drucken. Colortex hat neben dem Unternehmerehepaar Turnwald in der Blocksbergstraße 20 Mitarbeiter und die Wirtschaftskrise ohne Kurzarbeit überstanden. Laut Turnwald waren die Umsätze im vergangenen Jahr aber um 20 Prozent eingebrochen. Derzeit zeichne sich aber eine Erholung ab.