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Neue Möglichkeiten zu kürzeren Arbeitszeiten
Viele Schichtarbeiter wollen Arbeitszeit verkürzen

Frankfurt/Main. Die neuen Möglichkeiten zu kürzeren Arbeitszeiten in der Metall- und Elektroindustrie kommen im Bezirk Mitte vor allem bei den Schichtarbeitern gut an. Nach Darstellung der IG Metall haben bislang mindestens 22 000 Beschäftigte aus den Ländern Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen Anträge auf kürzere Arbeitszeiten im kommenden Jahr gestellt. dpa/SZ

Davon arbeiteten 15 500 Schicht. Die übrigen betreuten kleine Kinder oder pflegen Angehörige zu Hause. Sie müssten für acht zusätzliche freie Tage auf eine tariflich vereinbarte Sonderzahlung verzichten.

Das Bild sei aber noch nicht vollständig, wie die Gewerkschaft erläuterte. Es sei erst rund die Hälfte der Betriebe abgefragt worden. Bei den Schichtarbeitern wählten 70 bis 80 Prozent die Freizeitoption. Die Arbeitgeber hatten gemahnt, dass das entfallende Arbeitsvolumen ausgeglichen werden müsse. Auch das sei im Tarifvertrag festgeschrieben und müsse in den Betrieben geregelt werden. Man erwarte ein konstruktives Verhalten der Arbeitgeber, meinte gestern der IG-Metall-Bezirkschef Jörg Köhlinger.

Joachim Malter, der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands ME Saar, hatte sich über den hohen Zuspruch zu diesem tariflich vereinbarten Modell der Arbeitszeitverkürzung beklagt (wir berichteten). Er sei so hoch, dass es von den Unternehmen kaum zu gewähren sei. „Es ist beileibe keine zusätzliche Freizeit verhandelt worden, sondern die Arbeitgeber haben nur unter der Maßgabe zugestimmt, dass keine Arbeitsstunden wegfallen“, sagte Malter.