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Saarstahl schreibt rote Zahlen

 Von Saarstahl hergestellter Draht. Foto: Saarstahl
Von Saarstahl hergestellter Draht. Foto: Saarstahl FOTO: Saarstahl
Völklingen. Unter anderem globale Überkapazitäten machen dem Unternehmen zu schaffen. Katja Sponholz

Der Saarstahl-Konzern ist im Geschäftsjahr 2016 in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf ein Minus von 155 Millionen Euro (Vorjahr: plus zwei Millionen Euro), wie das Unternehmen gestern in Völklingen mitteilte. Der Umsatz ging von 2,159 auf 2,028 Milliarden Euro zurück. Wie das Ergebnis unter dem Strich ausfiel, wollte der Konzern nicht bekanntgeben.

Laut Vorstandssprecher Fred Metzken ist der Millionenverlust auf die rückläufigen Umsatzerlöse und die höheren Aufwendungen zurückzuführen, die im Wesentlichen mit der schwierigen Situation bei der Konzerntochter Saarschmiede zusammenhingen. Metzken verwies auf Überkapazitäten, Preisdruck und aggressiven Wettbewerb auf dem Markt. Zudem musste die Produktion wegen der Runderneuerung eines Hochofens für drei Monate eingeschränkt werden. Mit 6554 Mitarbeitern im gesamten Konzern (Vorjahr 6591) gehört Saarstahl zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region.

Wie geplant seien im vergangenen Jahr strategische Investitionen in Höhe von rund 90 Millionen Euro in Betrieb genommen worden. "Aber was nutzt das alles, das Werk auf Vordermann zu bringen, wenn man hier eine Diskussion um Klimaschutz hat und nicht weiß, wo es langgeht", sagte Technik-Vorstand Martin Baues. Die Stahlindustrie sei existenziell bedroht. "Wir befürchten das Schlimmste."



Der Konzern hofft 2017 aufgrund eines besseren Mengenaufkommens wieder auf ein leicht positives Ergebnis - nicht zuletzt auch durch den Abbau von Überkapazitäten auf dem Weltmarkt. "Es gibt eine Vielzahl von Werken, die heute nicht profitabel sind", sagte Vertriebs-Vorstand Klaus Richter auch mit Blick auf Werke in China. "Dort wird es Bereinigungen geben, da bin ich ganz sicher."