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Luftfahrtbranche
Flüge nach München vorerst nur einmal am Tag

Die britische Fluggesellschaft BMI Regional bedient seit Anfang November die München-Strecke.
Die britische Fluggesellschaft BMI Regional bedient seit Anfang November die München-Strecke. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken/München. Die Fluggesellschaft BMI Regional halbiert für fünf Wochen ihr Angebot an München-Verbindungen. Es startet und landet nur noch die Frühmaschine. Von Lothar Warscheid

Von heute, Donnerstag, bis zum 24. März wird München nur noch einmal pro Tag von Saarbrücken aus angeflogen. Das hat der Chef des Saarbrücker Flughafens, Thomas Schuck, auf Anfrage bestätigt. Eine Sprecherin der Fluggesellschaft BMI Regional, die diese Strecke seit Anfang November bedient, nannte krankheitsbedingte Ausfälle als Grund, die Zahl der Flüge in die Bayern-Metropole für die kommenden fünf Wochen zu halbieren. Allerdings seien bereits neue Piloten und Crew-Mitglieder eingestellt. Die Piloten würden derzeit auf den Maschinen trainiert, so dass sie ab dem Sommerflugplan zur Verfügung stehen könnten.

Ab diesem Donnerstag fliegt BMI Regional nur noch morgens um 10.20 Uhr die Bayern-Metropole an. Von München nach Saarbrücken ist ebenfalls nur noch die Morgenmaschine im Einsatz, die um 8.50 Uhr startet. Damit halbiert die Fluggesellschaft die Zahl ihrer wöchentlichen Verbindungen von zwölf auf sechs. Die Flüge am Abend sind bis zum 24. März – zwei Tage vor Beginn des Sommerflugplans – gestrichen. Bisher startete eine Maschine um 19.25 ab Ensheim. Ein Rückflug vom Münchner Franz-Josef-Strauß- Airport nach Saarbrücken war bislang um 20 Uhr möglich.

Die Flugverbindung stand bislang unter keinem guten Stern. Nach Angaben des Fan-Forums des Saarbrücker Flughafens, „my-scn.de“, sei es seit Eröffnung der Linie am 6. November bei 75 Flügen zu einer Verspätung von mehr als 30 Minuten gekommen. 14 Flüge seien bislang komplett gestrichen worden.



Das bekamen vor allem Geschäftsleute zu spüren, die in München Termine abgemacht hatten. So beklagen unter anderem Vertreter saarländischer Versicherungen die regelmäßigen Verspätungen und Flugausfälle. „Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit lässt wirklich zu wünschen übrig“, sagt ein Betroffener. Kritik üben die Assekuranz-Geschäftsleute auch an der Abflugzeit aus Saarbrücken. Die Maschine startet – und das wird auch in Zukunft so bleiben – vom Saar-Airport um 10.20 Uhr und landet auf dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen um 11.05 Uhr. „Seine Termine muss man daher in den Nachmittag verlegen“, so die Klage. „Dann bleibt häufig zu wenig Zeit.“ In den kommenden fünf Wochen kommt man darüber hi­naus abends nicht mehr zurück. Dass es vor allem Assekuranz-Leute trifft, hat seinen Grund: Die Mutter-Unternehmen aller großen saarländischen Versicherungsgesellschaften sitzen in München. So gehören die Saarland-Versicherungen sowie die private Krankenvericherung UKV zur Versicherungskammer Bayern, und Cosmos zum Generali-Konzern, der seinen Hauptsitz ebenfalls in der Bayern-Metropole hat. Zusammen beschäftigen diese Assekuranz-Unternehmen etwa 2000 Mitarbeiter.

Zu den Verspätungen trug auch bei, dass die Maschine, die Saarbrücken ansteuert, aus dem schwedischen Norrköping kommt, „wo die Wetterverhältnisse noch sehr winterlich sind“, so die Sprecherin von BMI Regional. Dies werde sich mit dem nahenden Frühling ändern.

Die britische Regionalfluggesellschaft hat ihren Sitz am East Midlands Airport in der Nähe des Städtchens Castle Donington. Bis Mai 2012 war sie eine Tochtergesellschaft der British Midland Airways. Unter dem neuem Eigentümer Airline Investments Limited (AIL) agiert sie seitdem eigenständig.