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Schwierige Insolvenz
Ministerium will bei Verkauf von STK Stanztechnik helfen

Neunkirchen. Beim Verkauf der insolventen STK Stanztechnik in Neunkirchen hat nun auch das Saar-Wirtschaftsministerium seine Unterstützung zugesagt. Wirtschafts-Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) sagte gestern, sollte ein Investor beispielsweise Unterstützungen durch Bürgschaften brauchen, stände das Team des Ministeriums zur Verfügung. Von Joachim Wollschläger

Nach dem Absprung des Investors Martin Vandersyppe, der bereits im Oktober einen notariellen Kaufvertrag unterschrieben, den Kaufpreis allerdings nicht gezahlt hatte, ist die Situation jetzt verworren. Denn juristisch ist der Betrieb der STK Stanztechnik auf ihn übergegangen. Nicht nur wegen des Kaufvertrags, sondern auch, weil er drei Monate den Betrieb geführt hat. Da allerdings weiterhin Rechnungen bei der Insolvenzverwaltung des Saarbrücker Rechtsanwalts Volker Müller aufliefen, hat diese im Dezember den Betrieb stillgelegt und die Mitarbeiter gekündigt. Grund war sogenannte Masseunzulänglichkeit. Diese wird angezeigt, wenn die finanziellen Mittel zu Ende gehen. Die nun bei der Insolvenzverwaltung mit Hochdruck vorangetriebenen Gespräche mit neuen Interessenten finden unter schwierigen Bedingungen statt. Unter anderem hatte der Stromversorger KEW bei STK den Strom abgestellt, nachdem Vandersyppe eine Zahlung verweigert hat.

Haupt-Verlierer der gescheiterten Übernahme sind die Arbeitnehmer der STK Stanztechnik. Diesen hatte Investor Vandersyppe noch vor zwei Wochen erklärt, unabhängig von der Entwicklung bei STK seien sie bei der neuen Betreiberfirma RMP GmbH angestellt, die zur Schweizer Revan Gruppe gehört, für die Vandersyppe auftritt. Der Schweizer Investor hatte den Mitarbeitern auch zugesagt, ihre Gehälter weiter zu zahlen und dies auch vor einer Woche noch einmal bekräftigt. Entsprechende Zahlungen sind aber nach Aussage der Mitarbeiter ausgeblieben. Auch Kontaktversuche der Mitarbeiter mit Vandersyppe seien ohne Erfolg geblieben.