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Superschnelles Internet rückt näher
Initiative beschleunigt Glasfaserbau

 Die beiden Unternehmen Inexio und Peter Gross wollten mit einem gemeinsamen Bauunternehmen den Ausbau des Glasfasernetzes bis in die Häuser vorantreiben.
Die beiden Unternehmen Inexio und Peter Gross wollten mit einem gemeinsamen Bauunternehmen den Ausbau des Glasfasernetzes bis in die Häuser vorantreiben. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
St. Ingbert/mannheim. Inexio und das Bauunternehmen Peter Gross kümmern sich künftig gemeinsam um das Verlegen von Leitungen bis zum Haus. Von Thomas Sponticcia

In den schnellen Glasfaserausbau kommt bundesweit Bewegung. Die Bundesregierung hat das Ziel formuliert, bis zum Jahr 2025 auf Wunsch jedem Bundesbürger superschnelles Internet mit einer Ladegeschwindigkeit von einem Gigabit zur Verfügung zu stellen. Das scheitert bisher jedoch vor allem an der Möglichkeit, den Glasfaserausbau bis zu den Häusern schnell genug sicherzustellen.

Der Telekommunikationsspezialist Inexio aus Saarlouis und das St. Ingberter Bauunternehmen Peter Gross wollen das nun gemeinsam ändern. Sie gründen zusammen das neue Unternehmen Fiberworx GmbH mit Sitz in Mannheim. Es soll zuständig sein für die Bereiche Planung, Tiefbau, Kabelarbeiten und Anschluss bis zum Endkunden.

Das jetzige Tempo reiche nicht aus, um die gesetzten Ziele der Bundesregierung bis zum Jahr 2025 zu erreichen, sagt Inexio-Geschäftsführer David Zimmer. Denn gerade beim Verlegen der Glasfaserleitungen zu den Haushalten komme es noch zu Verzögerungen. Das liege vor allem daran, dass die nötigen Baukapazitäten fehlen. ,,Wir positionieren uns gerade neu im Markt und forcieren mit Hochdruck den Glasfaserausbau bis zum Hausanschluss“, sagt Zimmer. Um dies zu gewährleisten, ,,benötigen wir deutlich mehr Tiefbaukapazität als bisher“, sagt Zimmer. Hier habe sich das Bauunternehmen Peter Gross mit seiner Expertise auf deutschen und internationalen Märkten als passender Partner herausgestellt. Gemeinsam könne man besondere Kapazitäten aufbauen, die sich auch vorteilhaft in ländlichen Gebieten auswirken. So habe Inexio selbst in den vergangenen Jahren in zuvor unterversorgten Regionen ein Glasfasernetz mit einer Reichweite von über 8000 Kilometern realisiert. Peter Gross wiederum sei mit seiner Expertise ebenfalls neben Großprojekten in Ballungsräumen auch viel im ländlichen Raum aktiv.



Das neue Gemeinschaftsunternehmen verfolgt ehrgeizige Ziele, was man auch an der Personalplanung ablesen kann. Gestartet wird mit zunächst 100 Mitarbeitern. Doch bereits kurzfristig soll die Zahl der Beschäftigten an mehreren Standorten auf bis zu 500 anwachsen. Das neue Unternehmen Fiberworx wird nicht nur bundesweit für Ausbauprojekte von Inexio, sondern zugleich auch für andere Auftraggeber aktiv werden. Derzeit ist Fiberworx für zwei Projekte von Inexio eingespannt.

Ein wesentliches Ziel des neuen Gemeinschaftsunternehmens bestehe darin, durch eine möglichst frühzeitige, effiziente Planung in der ersten Phase von Ausbauprojekten Zeit zu gewinnen.

Zimmer ist der Überzeugung, dass ein möglichst schneller Weg in die Gigabit-Gesellschaft die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland erhöht. Dies gelinge aber nur unter der Voraussetzung, „dass wir schnellstmöglich alle Haushalte direkt an das Glasfasernetz anbinden“, sagt Zimmer. Erste Gespräche zur Gründung des gemeinsamen Unternehmens begannen bereits vor etwa einem dreiviertel Jahr.

Der Geschäftsführer von inexio hatte erst vor Kurzem gegenüber unserer Zeitung ehrgeizige Ziele formuliert. So soll die Zahl der Kunden bis 2030 von heute 112 000 auf dann eine Million ansteigen. Dafür seien alleine insgesamt 4,5 Milliarden Euro an Investitionen in das Glasfasernetz erforderlich. Die Erwartungen seien nicht zu hoch gegriffen, betont Zimmer. ,,Aktuell bekommen wir pro Jahr rund 25 000 neue Kunden dazu.“ Diese Zahl werde in hohem Tempo weiter wachsen, prognostiziert Zimmer auf der Basis einer konsequenten Marktbeobachtung.

 Inexio-Chef David Zimmer.
Inexio-Chef David Zimmer. FOTO: Carsten Simon / Inexio
 Philipp Gross, Geschäftsführer des Bauunternehmens Peter Gross.  Foto: Becker & Bredel
Philipp Gross, Geschäftsführer des Bauunternehmens Peter Gross. Foto: Becker & Bredel FOTO: BeckerBredel