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Saarländer schenken großzügiger
Weihnachtsgeschäft soll Rekord bringen

Der Handel rechnet damit, dass viele Verbraucher diesmal zum Weihnachtsfest mehr Geld ausgeben.
Der Handel rechnet damit, dass viele Verbraucher diesmal zum Weihnachtsfest mehr Geld ausgeben. FOTO: dpa / Marc Maºller
Saarbrücken. Viele Bürger gönnen sich in diesem Jahr nach Prognosen des Handels höherwertige Geschenke. Immer häufiger werden Gutscheine verschenkt. Von Thomas Sponticcia

In Abwandlung des bekannten Weihnachtsliedes „Süßer die Glocken nie klingen“ spricht vieles dafür, dass es 2018 im Handel heißt: „Süßer die Kassen nie klingen.“ Der Handelsverband Deutschland erwartet für das Weihnachtsgeschäft einen neuen Rekord. Demnach werde erstmals in den Monaten November und Dezember zusammengenommen bundesweit die 100 Milliarden Euro Umsatz-Marke überschritten.

Auch im Saarland sind die Händler frohgemut, was die Erwartungen betrifft. Eine gut gelaufene Konjunktur, gestiegene Löhne sowie ein gewachsenes Bewusstsein dafür, dass man sich nach einem harten Arbeitsjahr auch etwas gönnen sollte, beflügeln die regionalen Prognosen. Vor allem darf es offensichtlich etwas mehr kosten, wenn damit eine entsprechend höhere Qualität verbunden ist. Bernhard Kiesel etwa, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Vereins für Handel und Gewerbe Merzig, gleichzeitig Prokurist im Modehaus Ronellenfitsch, macht einen neuen Typ von Mann aus. Die „Herren der Schöpfung“ seien heute modebewusster, aufgeschlossen und qualitätsorientiert. „Die wissen genau, was sie wollen. Und auch, was sie nicht wollen.“ So dürfe es zum Weihnachtsfest auch der etwas teurere Kaschmir-Pullover sein. Wichtig sei, dass bei der persönlichen Ausstattung alles zusammenpasst. „Textilien liegen im Weihnachtsgeschäft 2018 voll im Trend“, betont Kissel.

Sein Kollege Michael Genth, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe Saarbrücken, bestätigt dies und bemerkt generell den Wunsch, sich diesmal selbst etwas zu gönnen. Accessoires in unterschiedlichster Form seien gefragt: mal Schmuck, mal ein chicer Schal, generell kleine Ergänzungen, die das persönliche Auftreten noch eine Spur eleganter machen. Auch wollten viele durch eine neue Weihnachtsdeko die Wohnung verschönern.



Den Trend zu hochwertigen Artikeln im diesjährigen Weihnachtsgeschäft bemerkt auch Jérôme Pfeffer, stellvertretender Marktleiter von Alphatecc in Völklingen. Für die neuesten Handys und Smartphones seien Kunden bereit, schon mal bis zu 1300 Euro auszugeben. Viele finanzierten diese Anschaffung. Bei Fernsehern ist nach HD selbst schon die erst kürzlich eingeführte Übertragungsnorm 4 K nicht mehr der neuste Schrei. Mittlerweile könne man schon Geräte in der Übertragungsnorm 8 K kaufen, die eine bisher nie dagewesene Bildschärfe garantiere. Es gebe Verbraucher, die sich vorsorglich schon mal zum bevorstehenden Weihnachtsfest die neueste Technik ins Haus holen wollen zu einem Preis zwischen 2500 und 3000 Euro, so Pfeffer.

Andere verschenken lieber Gutscheine. „Da kann man nichts falsch machen. Zumal nicht jede Oma den Geschmack des Enkels trifft“, sagt Nico Ganster, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe in St. Ingbert. Gutscheine seien immer beliebter. Das sei clever, denn nach Weihnachten könne man bei vielen Artikeln deutliche Preisnachlässe beobachten. Auch beim Weihnachtsessen zeigen sich viele Saarländer voraussichtlich noch großzügiger als bisher. Für hohe Qualität werde mehr ausgegeben, betont Michael Neu, Prokurist bei Kunzler. Es werde jedoch beim Weihnachtsessen nicht experimentiert, wenn Oma und Enkel gleichzeitig kommen. Beliebt seien Artikel wie Rinderfilet, Kalbsrücken und verschiedenste Braten. Kunzler setzt zudem auf neue Formen von Quiche zum Weihnachtsfest.