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Ryanair erstmals mit Verlust

London/Dublin. Europas größter Billigflieger Ryanair ist erstmals in die roten Zahlen geflogen - Konzernchef Michael O'Leary bleibt dennoch Optimist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 (31. März) entstand ein Verlust von 169 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Ryanair noch einen Gewinn von 391 Millionen Euro ausgewiesen

London/Dublin. Europas größter Billigflieger Ryanair ist erstmals in die roten Zahlen geflogen - Konzernchef Michael O'Leary bleibt dennoch Optimist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 (31. März) entstand ein Verlust von 169 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Ryanair noch einen Gewinn von 391 Millionen Euro ausgewiesen. Hohe Treibstoffkosten sind nach Unternehmensangaben gestern in London in erster Linie für die Verluste verantwortlich. Die Benzinkosten seien um 59 Prozent gestiegen. Außerdem hätten Abschreibungen auf den Ryanair-Anteil bei der Fluggesellschaft Air Lingus mit 91,6 Millionen Euro die Jahreszahlen erstmals ins Minus gedrückt. Trotz des Verlusts sagte der für seine flotten Sprüche bekannte Ryanair-Chef Michael O'Leary: "Wir werfen einen ernsthaften Blick auf die Lufthansa." Und ergänzte: "Wir könnten sie fast mit Barmitteln kaufen." Allerdings schränkte er zugleich ein: Es gebe keine Kaufpläne in absehbarer Zukunft. An der Börse setzte die Ryanair-Aktie unterdessen zum Sinkflug an. Sie verlor mehr als acht Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen dank niedriger Treibstoffkosten wieder einen Gewinn. Dazu soll weiter mit Rabattschlachten um Passagiere geworben werden, die sich in Zeiten der Rezession Flugreisen sparen wollen. Die Preise würden in diesem Jahr im Durchschnitt um 15 bis 20 Prozent auf 32 Euro sinken. "In dieser Rezession-Umgebung wollen wir europäischen Verbrauchern weiterhin mehr Wettbewerb, mehr Auswahl und sogar einen besseren Wert anbieten - genauso wie es Aldi, Lidl, Ikea und McDonald's in ihren jeweiligen Branchen machen", sagte O'Leary. Der Ryanair-Chef hat sich wiederholt Auseinandersetzungen mit dem großen Konkurrenten Lufthansa geliefert. Der Billigflieger wollte die deutsche Fluglinie in den Monaten März und April bei den Passagierzahlen überholt haben. Insgesamt hatte der Lufthansa-Konzern mit seinen Töchtern aber rund 12,6 Millionen Passagiere befördert. Ryanair zählte 9,25 Millionen Fluggäste.