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Bis zu 5000 Euro
Prämien für mehr Pflegepersonal?

Viele Krankenschwestern arbeiten in Teilzeit. Wenn sie aufstocken, sollen sie dafür finanziell belohnt werden, schlägt der Pflegebeauftragte vor.
Viele Krankenschwestern arbeiten in Teilzeit. Wenn sie aufstocken, sollen sie dafür finanziell belohnt werden, schlägt der Pflegebeauftragte vor. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Berlin. Der neue Bundesbeauftragte Andreas Westerfellhaus schlägt finanzielle Anreize vor. Von Stefan Vetter

Mit Prämien von bis zu 5000 Euro will der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, mehr Personal in die unterbesetzte Branche locken. Die SPD applaudiert, das CDU-geführte Gesundheitsministerium reagiert dagegen zurückhaltend.

Westerfellhaus ist erst seit rund vier Wochen im Amt, schon setzt der 61-jährige Westfale eigene Akzente. Wie gestern bekannt wurde, regt der Experte eine Einmalprämie von 5000 Euro für Fachkräfte in Pflegeheimen und Kliniken an, die in den Beruf zurückgehen oder als Teilzeitkräfte ihre Arbeitszeit spürbar aufstocken. Betreiber von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die zusätzlich Fachpersonal einstellen, sollen pro Kopf 3000 Euro bekommen. Die gleiche Summe soll Pflegern winken, die nach ihrer Ausbildung eine Festanstellung antreten. Im Gespräch mit unserer Redaktion wies Westerfellhaus darauf hin, dass Ausbildungsabsolventen den Pflegeberuf häufig gar nicht antreten würden. „Sie sehen, dass sie in einen Beruf gehen, bei dem sie schon in der Ausbildung gemerkt haben, dass es massiv eng wird und sie sich die Arbeit unter diesen schlechten Rahmenbedingungen nicht vorstellen können“, sagte Westerfellhaus.

Gegenwärtig fehlen in Deutschland etwa 35 000 Fachkräfte in der Alten- und Krankenhauspflege. Wegen der hohen Arbeitsbelastung und vergleichsweise geringen Bezahlung gilt der Beruf als wenig attraktiv. So liegt etwa der Durchschnittslohn für Altenpfleger nach Gewerkschaftsangaben bei 2621 Euro brutto im Monat. Pflegehelfer kommen im Schnitt auf 1870 Euro. „Ich fühle mich in der Verantwortung, einen konkreten Vorschlag zu unterbreiten, damit wieder Vertrauen entsteht und die Abwärtsspirale im Pflegesektor gestoppt wird“, begründete Westerfellhaus seinen Vorstoß. Der neue Beauftragte ist selbst ausgebildeter Krankenpfleger.



In ihrer Koalitionsvereinbarung haben Union und SPD versprochen, die Bezahlung der Pflegekräfte zu stärken. Dazu sollen Tarifverträge künftig leichter für alle Arbeitgeber in der Branche verpflichtend gemacht werden. Zugleich plant Schwarz-Rot ein „Sofortprogramm“ zur Schaffung von 8000 neuen Fachkraftstellen. „Ich habe die große Hoffnung, dass mein Vorschlag dabei aufgegriffen wird“, sagte Westerfellhaus.

In der SPD stößt der Bevollmächtigte auf offene Ohren. „Es wird auf die Details ankommen. Grundsätzlich ist das aber ein konstruktiver Vorschlag, den wir auf jeden Fall wohlwollend prüfen werden“, erklärte Fraktionsvize Karl Lauterbach. Mit ähnlichen Prämien werde zum Beispiel in den Niederlanden gearbeitet, sagte Lauterbach.

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Westerfellhaus will Personal­mangel mit Finanz­spritzen 
bekämpfen.
Andreas Westerfellhaus will Personal­mangel mit Finanz­spritzen bekämpfen. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka