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Post-Streiks in Rheinland-Pfalz ausgeweitet

Neuwied/Mainz. Der unbefristete Streik bei der Post wird systematisch ausgedehnt. Verdi will bald die ersten Paketzentren in den Ausstand einbeziehen. Nichts deutet derzeit auf eine Einigung der Tarifparteien ab. dpa-MitarbeiterinJenny Stern

Die Gewerkschaft Verdi hat die Streiks bei der Post in Rheinland-Pfalz und im Saarland ausgeweitet. Am gestrigen Dienstag haben 700 Mitarbeiter in Rheinland-Pfalz und 200 im Saarland ihre Arbeit niedergelegt, wie ein Verdi-Sprecher sagte. In ganz Deutschland seien es knapp 19 500 gewesen. Der Streik war am gestrigen Dienstag auf Postzusteller in Neuwied, Ransbach-Baumbach, Klein-Winternheim, Nierstein und Grünstadt ausgedehnt worden. Nach Angaben der Post sind von den Streiks alle fünf Briefzentren in Rheinland-Pfalz und im Saarland betroffen.

Ein Sprecher der Post sagte, die Streikfolgen seien bisher gut abgefedert worden. Mitarbeiter aus der Verwaltung würden helfen, die Briefe zu sortieren. Zudem habe das Unternehmen Aushilfskräfte mit der Zustellung beauftragt. Am gestrigen Dienstag blieben nach Angaben des Unternehmens etwa jeder vierte Brief und jedes vierte Paket oder Päckchen liegen. Sie werden mit ein bis zwei Tagen Verspätung ankommen.

In der vergangenen Woche waren zunächst Beschäftigte in den Briefzentren und danach Schritt für Schritt auch Briefträger und Paketboten in den Arbeitskampf eingetreten. Für heute Morgen rief Verdi in Saarbrücken zu weiteren Streiks auf. Die Gewerkschaft rechnet mit etwa 200 Teilnehmern. Auch in Rheinland-Pfalz will Verdi in den kommenden Tagen weitere Zusteller in den Dauerstreik schicken.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist die Ausgründung von 49 regionalen Paketgesellschaften. Verdi sieht darin einen Bruch bestehender Vereinbarungen. In diesen Unternehmen arbeiten bereits mehr als 6000 Paketboten, die nicht nach dem Haustarif bezahlt werden, sondern nach den niedrigeren Tarifen der Logistikbranche (wir berichteten).