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Noch eine Milliarde mehr

Berlin. Im Aufsichtsrat wächst die Ungeduld mit Flughafenchef Mehdorn. Wie teuer wird der neue Hauptstadtflughafen wirklich, wie lange dauert es noch? Schwierig wird es auch mit den Nachtflügen. dpa

Die unklare Finanzierung des Hauptstadtflughafens setzt Geschäftsführer Hartmut Mehdorn unter Druck. Der Aufsichtsrat wollte bei einer Sitzung gestern in Schönefeld genauere Angaben zum weiteren Finanzbedarf des Milliardenprojekts erhalten. Es geht wahrscheinlich um 1,1 Milliarden Euro zusätzlich. Das Kontrollgremium mit Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) an der Spitze rang auch um ein längeres Nachtflugverbot. Die Summe von 1,1 Milliarden Euro hat Mehdorn nach Presseberichten in mehreren Gremien genannt. Damit würden die Gesamtkosten auf 5,4 Milliarden Euro steigen.

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) sagte vor Beginn der Aufsichtsratssitzung: "Ich weiß nicht, um wie viel Geld es geht." Es liege ihm bislang ein Sammelsurium von Zahlen vor, die er "nicht nachvollziehen" könne. Die Geschäftsführung müsse nun für Klarheit sorgen.

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer wies Aussagen Mehdorns zurück, der Schallschutz für Anwohner habe die Kosten unerwartet erhöht. "Es sind nichts anderes als die Aufwendungen, die auf der Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses für den Schallschutz entstehen. Die darin formulierten Schutzziele stammen von der Flughafengesellschaft selbst", stellte Verbandspräsident Peter Ohm fest.

Brandenburg wollte im Aufsichtsrat auch auf ein längeres Nachtflugverbot dringen. Bislang ist ein Flugverbot von Mitternacht bis um fünf Uhr geplant und höchstrichterlich genehmigt. Brandenburg folgt jedoch einem Volksbegehren, das fordert, dass von 22 Uhr bis um sechs Uhr nicht geflogen wird, was die beiden anderen Eigentümer, das Land Berlin und der Bund, ablehnen.

Wegen schwerer Bau- und Planungsfehler steht für den neuen Flughafen noch immer kein Eröffnungstermin fest. "Wenn der Termin kommt, dann muss er eingehalten werden", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), in der ARD. Der Umbau der komplexen Entrauchungsanlage kommt kaum voran. Je länger das dauert, desto länger dauert es bis zur Eröffnung.