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Benzinverbrauch
Neuwagen haben immer noch zu hohen Verbrauch

 Autos brauchen im Normalbetrieb weiter deutlich mehr Sprit als in den Prospekten ursprünglich angepriesen.
Autos brauchen im Normalbetrieb weiter deutlich mehr Sprit als in den Prospekten ursprünglich angepriesen. FOTO: dpa / Christophe Gateau
Berlin. Neuwagen in Europa verbrauchen immer noch viel mehr Sprit als von den Herstellern angegeben. Experten stellten aber auch erstmals seit Jahren fest, dass die Kluft zwischen offiziellem Wert und tatsächlichem Alltagsverbrauch auf der Straße leicht zurückgegangen ist.

Das geht aus einem neuen Bericht der Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) hervor, die bei der Aufdeckung des Diesel-Skandals eine Schlüsselrolle gespielt hat.

Demnach lag 2017 der reale Kraftstoffverbrauch neuer Pkw um durchschnittlich 39 Prozent höher als der von den Fahrzeugherstellern genannte Testverbrauch.

Das ICCT hatte 2012 mit einer jährlichen Untersuchung des Kraftstoffverbrauchs begonnen, seitdem war die Kluft Jahr für Jahr größer geworden. Trotz des Rückgangs ist der Unterschied zwischen offiziellem und tatsächlichem Verbrauch laut ICCT noch vier Mal so groß wie 2001.



Die Mehrausgaben für den zusätzlichen Sprit betragen demzufolge für einen durchschnittlichen Autofahrer rund 400 Euro pro Jahr. Der angegebene Kraftstoffverbrauch von Pkw wird unter einheitlichen Bedingungen in Testlabors ermittelt. Seit September 2018 gilt für alle Neuwagen allerdings das neue Testverfahren WLTP, das für realistischere Werte sorgen soll. Für neue Fahrzeugtypen ist es schon seit September 2017 in Kraft.

Die ICCT-Forscher vermuten für den Rückgang der Werte zwischen dem offiziellen und realen Verbrauch ein verstärktes öffentliches Interesse an den Abgaswerten in Folge des Diesel-Skandals. Sie hatten durch ihre Untersuchungen die Abgas-Affäre bei VW mit aufgedeckt. ICCT-Europa-Chef Peter Mock verwies darauf, dass Hersteller ab 2021 verpflichtet werden sollen, den realen Verbrauch sowie die realen CO2-Emissionen mittels Verbrauchsmessgeräten zu protokollieren

(dpa)