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Neuer Handelskrieg zwischen USA und China

Peking/Washington. Neuer Handelsstreit zwischen China und den USA: Der chinesische Telekomriese Huawei hat amerikanische Vorwürfe zurückgewiesen, wonach das Unternehmen eine potenzielle Gefahr für die USA darstellen soll. "Die Sicherheit und Integrität unserer Produkte ist weltweit bewiesen", hieß es gestern in einer Stellungnahme des zweitgrößten Netzwerkausrüsters der Welt Von dpa-Mitarbeiter Andreas Landwehr

Peking/Washington. Neuer Handelsstreit zwischen China und den USA: Der chinesische Telekomriese Huawei hat amerikanische Vorwürfe zurückgewiesen, wonach das Unternehmen eine potenzielle Gefahr für die USA darstellen soll. "Die Sicherheit und Integrität unserer Produkte ist weltweit bewiesen", hieß es gestern in einer Stellungnahme des zweitgrößten Netzwerkausrüsters der Welt. Das Unternehmen reagierte damit auf US-Medienberichte über die Untersuchung eines Ausschusses des Repräsentantenhauses.Die Abgeordneten kamen zu dem Schluss, dass Huawei und ZTE - ein anderes chinesisches Telekomunternehmen - "nicht vertraut werden kann, frei von ausländischem staatlichen Einfluss zu sein", wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus dem vorab bekanntgewordenen Bericht zitierte. Beide Unternehmen stellten somit "eine Bedrohung für die Sicherheit der USA und unsere Systeme dar", heißt es in dem Bericht, der gestern in Washington offiziell vorgestellt werden sollte.

Der Ausschuss empfiehlt, Zusammenschlüsse von Huawei oder ZTE mit amerikanischen Firmen oder Übernahmen zu blockieren. US-Behörden sollten keine Ausrüstung beider Unternehmen benutzen und US-Firmen besser alternative Anbieter für benötigte Telekomausrüstung suchen. Die beiden chinesischen Unternehmen hätten "bekannte Verbindungen zum chinesischen Staat, der der größte Täter in Sachen Cyberspionage gegen die USA ist", zitiert das "Wall Street Journal" den Ausschussvorsitzenden Mike Rogers.

Das größte chinesische Privatunternehmen wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Huawei werde in 150 Ländern weltweit von mehr als 500 Kunden vertraut. Darunter seien viele große Telefonanbieter. In Europa arbeiten etwa die Deutsche Telekom, Vodafone, British Telecom oder Telefónica mit Ausrüstung von Huawei. "Das sind die Fakten - abseits der politischen Tagesordnung", hieß es in einem indirekten Hinweis auf den US-Wahlkampf, in dem China und das Handelsdefizit der USA mit der asiatischen Wirtschaftsmacht eine große Rolle spielen.



Das Geschäft von Huawei in den USA ist mit 1,3 Milliarden US-Dollar 2011 vergleichsweise klein und macht nur rund vier Prozent des weltweiten Umsatzes von 32 Milliarden US-Dollar aus. ZTE soll im vergangenen Jahr nach Presseberichten rund 30 Millionen US-Dollar Umsatz in den USA gehabt haben.

Hintergrund sind die Vorwürfe gegen Huawei, die keineswegs neu sind. Bei einer Anhörung vor dem Ausschuss hatten Vertreter beider Firmen im September bestritten, unter staatlicher Kontrolle zu stehen oder irgendwie mit Militär und Geheimdienst zu kooperieren. "Es wäre ungemein dumm", sagte Vizepräsident Charles Ding, weil eine solche Kooperation das Vertrauen der Kunden untergraben würde. Huawei ist im Besitz seiner Angestellten, von denen 65 000 Anteile an dem chinesischen Telekomriesen halten.