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Neuaufnahmestellen bei Finanzämtern ab Herbst
Neue Beratungsstelle für Gründer

Homburg/Saarbrücken. Die Finanzämter sollen Neu-Unternehmer in Steuerfragen unter die Arme greifen. Von Ute Kirch

Auf Existenzgründer wartet jede Menge Papierkram: Neben Antragsformularen gilt es etwa, eine Umsatzsteuervoranmeldung einzureichen oder einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bei der Finanzverwaltung abzugeben. „Diese Fragebögen überfordern viele, die das zum ersten Mal machen. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen sind nicht immer steuerlich beraten“, sagte gestern der saarländische Finanzminister Peter Strobel (CDU). Die Folge: Ungenaue und unzutreffende Angaben führten für die Steuerpflichtigen und für die Verwaltung zu großen Problemen und erheblichem Mehraufwand. Ab Herbst dieses Jahres soll es daher Neuaufnahmestellen für Unternehmensgründungen geben. Diese sollen in den Finanzämtern Saarbrücken am Stadtgraben, Saarlouis, Merzig, Neunkirchen, St. Wendel und Homburg angesiedelt werden. Als erste Anlaufstellen sollen sie Existenzgründer bei ihren steuerlichen Pflichten unterstützen. Neben dem korrekten Ausfüllen des Fragebogens könnten Gründer so zeitnah auf ergänzende Angaben und Erläuterungsbedarf hingewiesen werden, sagte Strobel. Dies solle die Verfahren insgesamt beschleunigen.

Zunächst sollen die Neuaufnahmestellen nur die steuerliche Erfassung natürlicher Personen übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen weitere Rechtsformen hinzukommen.

Neue Stellen aus den Mitteln des Finanzministeriums zu finanzieren sei effektiver, als bisherige Angebote zur Existenzgründung um den steuerlichen Aspekt auszuweiten, sagte Strobel auf Nachfrage. „Eine erweiterte Gründerberatung wäre zu unübersichtlich. Hier stehen andere Fragen im Vordergrund“, sagte er.



Die Einrichtung der Neuaufnahmestellen geht auf den Abschlussbericht der Projektgruppe Finanzamt 2020 zurück.