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Aktien- und Immobilienfonds
Ein Plädoyer für langfristiges Sparen

Wer mit Fonds spart, braucht Experten zufolge Durchhaltevermögen
Wer mit Fonds spart, braucht Experten zufolge Durchhaltevermögen FOTO: dpa / Arne Dedert
Saarbrücken. Experten des Fondsverbands BVI empfehlen bei Aktienfonds eine Mindest-Anlagezeit von fünf Jahren. red

Auf der Suche nach Rendite greifen immer mehr Bundesbürger zu Investmentfonds. Lohnt sich das? Was müssen Anleger bei Fonds beachten? Solche und ähnliche Fragen rund um Investmentfonds beantworteten Reinhard Jährling und Frank Schöndorf vom deutschen Fondsverband BVI.

Mir wurde der Kauf eines Aktienfonds empfohlen. Kann ich jederzeit an meinen Aktienfonds heran?



Wir empfehlen für Aktienfonds grundsätzlich einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren. Doch davon abgesehen gilt: Aktienfonds können börsentäglich zum aktuellen Wert verkauft werden.

Ich bin 40 Jahre alt und habe vor, monatlich 150 Euro für die Altersvorsorge anzulegen. Welcher Fonds ist geeignet, wenn ich Rendite erzielen will für mein Erspartes?

Hier dürfte sich die Anlage in Aktienfonds empfehlen, da Sie einen Anlagehorizont von etwa 25 Jahren haben. In der Vergangenheit haben sich Aktienfonds am besten entwickelt. Die Wertentwicklung auf 25 Jahre betrug bei Sparplänen im Schnitt vier bis gut sechs Prozent jährlich. Sie können übrigens den monatlichen Sparbetrag jederzeit erhöhen, reduzieren oder aussetzen.

Fonds sind doch oft teuer, wenn ich allein an den Ausgabeaufschlag denke. Sollte ich also lieber mein Geld in ETFs anlegen?

Schauen Sie nicht allein auf die Kosten. Ein ETF (Exchange Traded Funds) bildet einen bestimmten Index ab. Dadurch ist die Kostenstruktur günstiger als bei einem Aktienfonds, bei dem das Management die Aktienauswahl trifft. Bei einem ETF machen Sie  alle Schwankungen des Index mit, auch nach unten. Bei „aktiven“ Fonds kann das Management je nach Börsenereignis reagieren und entscheiden.

Ist eine Anlage in einen offenen Immobilienfonds sinnvoll?

Mit offenen Immobilienfonds können Sie als Privatanleger breit gestreut in den Immobilienmarkt investieren. Insofern gehören offene Immobilienfonds als Beimischung in ein gut aufgestelltes, breit gestreutes Depot. Über die letzten zehn Jahre hinweg betrug die Rendite im Schnitt zwei bis drei Prozent jährlich. Beachten müssen Anleger die Mindesthaltefrist von zwei Jahren. Grundsätzlich sind offene Immobilienfonds für die langfristige Anlage gedacht, also mindestens fünf Jahre.

Ist ein Sparplan mit Aktienfonds in diesen unsicheren Zeiten noch ratsam?

Wenn man langfristig mit regelmäßigen Sparbeträgen Vermögen aufbauen möchte, ist ein Sparplan mit Aktienfonds nach wie vor erfolgversprechend. Aktienfonds bieten, so zeigt es die historische Erfahrung, langfristig die höchsten Renditechancen, trotz Krisen und vorübergehender Kursrückschläge. Der Sparer muss freilich Durchhaltevermögen haben und darf nicht bei Kursrückschlägen vorschnell aufgeben. Im Gegenteil: Bei niedrigen Kursen gibt es für die Sparrate mehr Fondsanteile als bei hohen Kursen. Dadurch ergibt sich langfristig gesehen ein günstiger durchschnittlicher Kaufpreis.

Was käme eigentlich nach 20 Jahren am Ende heraus, wenn ich beispielsweise 100 Euro monatlich in Aktienfonds anlegen würde?

Das können wir Ihnen im Vorhinein nicht sagen, denn die Wertentwicklung hängt ab von der Entwicklung an den Aktienbörsen. Hätten Sie in den vergangenen 20 Jahren 100 Euro monatlich in Aktienfonds Deutschland angelegt, so wären daraus bis heute im Schnitt etwa 45 000 Euro geworden, eine Rendite von rund sechs Prozent jährlich. Bei Aktienfonds, die international anlegen, wären es im Schnitt etwa 42 000 Euro gewesen, rund fünf Prozent jährlich. Dabei sind alle Kosten einschließlich Ausgabeaufschläge berücksichtigt.

Die Zinsen bei der Bank sind mir zu niedrig. Ich möchte wenigstens zwei bis drei Prozent, hohe Sicherheit für mein Geld und eine kurzfristige Laufzeit. Geht das mit Fonds?

Alles auf einmal – hoher Zins und hohe Sicherheit bei kurzfristiger Laufzeit – geht nicht. Höhere Erträge gehen nur mit höherem Risiko und der Bereitschaft, etwas länger anzulegen. Besprechen Sie das mit Ihrem Berater.