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Lufthansa-Piloten streiken wieder

 Bei der Lufthansa bahnt sich ein Streik an. Foto: Boris Roessler/dpa
Bei der Lufthansa bahnt sich ein Streik an. Foto: Boris Roessler/dpa FOTO: Boris Roessler/dpa
Frankfurt/Main. Nach über einem Jahr Ruhe flammt der Tarifkonflikt der Piloten wieder auf. Die Vereinigung Cockpit kann ab sofort jederzeit streiken. Nur die Weihnachtsfeiertage sind von der Drohung ausgenommen. dpa-Mitarbeiter Christian Ebner

Passagiere der Lufthansa müssen sich wieder auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat zu einem erneuten Pilotenstreik bei der Lufthansa aufgerufen. Umfang und genauer Zeitpunkt des 14. Ausstandes im laufenden Tarifkonflikt sollen mit einem Vorlauf von 24 Stunden bekanntgegeben werden, wie die Gewerkschaft gestern in Frankfurt mitteilte. Der Streik sei ab sofort möglich. Ausgenommen seien nur die Weihnachtsfeiertage vom 24. bis zum 26. Dezember, ergänzte VC-Präsident Ilja Schulz auf Nachfrage.

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens nannte die Streikandrohung "absolut unverständlich". Sie forderte die Gewerkschaft deshalb zu weiteren Gesprächen auf. Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels forderte die VC auf, in eine Schlichtung einzusteigen. Diese sei auch für weitere Themen außer dem Gehalt möglich.

Anlass für die Streikankündigung sind gescheiterte Verhandlungen zu den Gehältern der rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten bei der Lufthansa-Kerngesellschaft, der Lufthansa Cargo und der Germanwings . Eine in letzter Sekunde von der Lufthansa angebotene Schlichtung lehnte die VC ab. Seit April 2014 hat die Gewerkschaft bereits 13 Streiks bei der Lufthansa veranstaltet. Germanwings soll nicht bestreikt werden, weil man dort schnell in Verhandlungen zur Übergangsversorgung einsteigen wolle. Anders als bei der Lufthansa könne rund ein Drittel der Germanwings-Piloten nicht vorzeitig in den Ruhestand wechseln und habe auch keine Versicherung für den Fall des Verlustes der Fluglizenz, erläuterte VC-Tarifexperte Ingolf Schumacher. Es habe seit mittlerweile fünf Jahren keine Gehaltserhöhungen mehr gegeben, während das Unternehmen rund fünf Milliarden Euro Gewinn eingefahren habe, sagte Schulz. Die Gewerkschaft fordert über einen Zeitraum von fünf Jahren jährliche Gehaltserhöhungen von 3,66 Prozent im Schnitt.