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Finanzlage belastet
Krankenkassen beklagen Ausgaben in Milliardenhöhe

Berlin. Verband stimmt Versicherte auf höhere Beiträge ein.

Die gesetzlichen Krankenkassen sehen ihre Finanzlage durch diverse Gesetzesänderungen erheblich belastet. „Allein in diesem Jahr rechnen wir aufgrund des Terminservicegesetzes und des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes mit mindestens fünf Milliarden Euro Mehrausgaben“, erklärte der Vize-Chef des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Gernot Kiefer, der „Welt am Sonntag“.

Dank der „vorsorgenden Haushaltsplanung“ der Kassen habe es zwar zum Jahreswechsel kaum Beitragsanstiege gegeben. „Im kommenden Jahr wird es allerdings schwieriger aussehen, denn viele der beschlossenen Gesetze führen zu dauerhaft höheren Ausgaben“, sagte Kiefer. „Und wenn die Rücklagen erst mal aufgebraucht sind, führt kein Weg an höheren Beiträgen vorbei.“

Die Kassen hatten im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 wieder Verlust gemacht. Nach GKV-Angaben von Ende Dezember beträgt das Minus mehr als eine Milliarde Euro. 2018 hatten die gesetzlichen Krankenkassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums noch einen Überschuss von zwei Milliarden Euro erzielt.



(AFP)