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Ausstieg
Katar verlässt Ölkartell Opec

Doha/Wien. Wenige Tage vor dem nächsten Ministertreffen der Opec hat Katar seinen Ausstieg aus dem Ölkartell bekannt gegeben. Wie Energieminister Saad Sherida al-Kaabi gestern ankündigte, werde Katar zum Jahresbeginn 2019 die Opec verlassen. dpa

Der Ausstieg spiegele den Wunsch Katars wider, sich auf die Steigerung der Gasproduktion zu konzentrieren, hieß es. Das Land ist der elftgrößte Erdölproduzent der Opec und bereits jetzt der größte Flüssiggasproduzent der Welt. Al-Kaabi zufolge will Katar die Gasförderung bis spätestens 2024 von jährlich 77 Millionen auf 110 Millionen Tonnen erhöhen.

Das Gas stammt vom South-Pars-Feld vor der Küste des Emirats, dem größten Gasfeld der Welt. Katar teilt es sich mit dem Iran. Katar ist bereits der größte Flüssiggasproduzent der Welt. Das Golf-Emirat liefert dem Weltmarkt rund 30 Prozent der Gesamtmenge.

Katar war seit 1961 Mitglied der Opec, gehört aber zu den kleineren Produzenten. Während die Opec-Staaten im Oktober gemeinsam 32,9 Millionen Barrel Öl am Tag förderten, lag der Anteil Katars lediglich bei 610 000 Barrel am Tag. Weniger produzierten im 15 Mitglieder umfassenden Kartell zuletzt nur Kongo, Ecuador, Äquatorialguinea und Gabun. Dennoch gab Katar allein die Mitgliedschaft eine wichtige Stimme im weltweiten Ölgeschäft.



Der Opec-Ausstieg könnte derweil die Fronten zum mächtigen Nachbarn Saudi-Arabien weiter verhärten – auch wenn die katarische Führung betont, dass es eine rein geschäftliche Entscheidung war.