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Kassenfusion im Südwesten beschlossen

Eisenberg. Die Ortskrankenkassen (AOK) des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz werden zusammengehen. Nachdem der Verwaltungsrat der AOK in Rheinland-Pfalz der Fusion bereits am 7. Dezember zugestimmt hatte, hat das Kontrollgremium der AOK Saar gestern grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben. Er tritt zum 1. März 2012 in Kraft Von Merkur-Mitarbeiter Lothar Warscheid

Eisenberg. Die Ortskrankenkassen (AOK) des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz werden zusammengehen. Nachdem der Verwaltungsrat der AOK in Rheinland-Pfalz der Fusion bereits am 7. Dezember zugestimmt hatte, hat das Kontrollgremium der AOK Saar gestern grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben. Er tritt zum 1. März 2012 in Kraft.Jetzt müssen nur noch die Aufsichtsbehörden in beiden Bundesländern die Fusion absegnen. Das ist im Saarland das Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz unter Minister Georg Weisweiler (FDP) und in Rheinland-Pfalz das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie mit Malu Dreyer (SPD) an der Spitze. Ihr Ministerium wird künftig auch die zuständige Aufsichtsbehörde der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland sein. Der neuen Kasse werden rund 1,2 Millionen Versicherte angehören. Die verschmolzene Kasse beschäftigt etwa 3300 Mitarbeiter. Ihr Sitz wird im pfälzischen Eisenberg sein, wo heute schon die AOK Rheinland-Pfalz beheimatet ist. Chef der fusionierten Kasse wird Walter Bockemühl (62), der bisher schon Vorstandsvorsitzender der Kasse in Rheinland-Pfalz ist. Bockemühls Vertrag endet am 31. Dezember 2013. Bis zu diesem Zeitpunkt will er die fusionierte Kasse leiten, wie er auf Anfrage bestätigte.

Das Saarland erhält eine eigene Landesdirektion. Landesgeschäftsführer sowie Bevollmächtigter des neuen Vorstandes wird der bisherige Vorstand der AOK Saarland, Karlheinz Delarber (58). "Außerdem nimmt diese Landesdirektion gegenüber allen im Gesundheitswesen Beteiligten im Saarland eigenständig die Rechte und Pflichten einer AOK wahr", wie es in einer Mitteilung heißt. "Die neue Kasse wird finanziell stark sein", ist Bockemühl überzeugt. "Auch im nächsten Jahr werden wir keinen Zusatzbeitrag erheben."

Die Kasse ist nach ihrem Zusammenschluss für weitere Fusionen offen. Sollte sich hier eine Option auftun, wird ein sogenannter Fusionsausschuss gebildet, der "die Beschlüsse der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland im Zusammenhang mit weiteren Fusionen vorbereiten und determinieren soll", wie in der Vereinigungs-Vereinbarung festgehalten wurde. Im September war eine Dreierfusion zwischen den beiden Ortskrankenkassen und der Innungskrankenkasse IKK Südwest gescheitert. Es sollen auch radikale Schnitte vermieden werden, die den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze zur Folge hätten. So müssen die rheinland-pfälzische Aufsichtsbehörde und das saarländische Gesundheitsministerium informiert werden, wenn sich "bei organisatorischen Anpassungen die länderbezogenen Quoten um mehr als 50 Vollzeitkräfte verändern".