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Erneuerbare Energien
Bürger sollen Energiewende fördern

 Der Bau neuer Windräder kommt nicht voran.
Der Bau neuer Windräder kommt nicht voran. FOTO: dpa / Jan-Philipp Strobel
Berlin. Der Industriepräsident fordert weniger öffentliche Proteste gegen solche Vorhaben. dpa

(dpa) Für den grundlegenden Umbau des Energiesystems in Deutschland hin zu mehr erneuerbaren Energien müssen aus Sicht von Industriepräsident Dieter Kempf auch die Bürger einen Preis zahlen. „Es darf nicht das Prinzip gelten: nicht in meinem Hinterhof“, sagte Kempf am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Proteste vieler Bürger, die sich etwa gegen den Bau neuer Windräder oder gegen weitere Strommasten zur Verteilung des Stroms durch die gesamte Republik immer wieder formieren.

„Zur Förderung des Gemeinwohls muss auch schon mal auf individuelle Interessen verzichtet werden“, fordert Kempf. Es könne angesichts der Herausforderungen in der Energiepolitik nicht sein, dass aus Rücksicht auf zahlenmäßig überschaubare Bürgerinitiativen für die Allgemeinheit sich notwendige Vorhaben über zehn oder 20 Jahre in die Länge zögen. Dies sei ein besonderes  deutsches Phänomen mit Auswirkungen für die gesamte Gesellschaft.  „Wenn jeder nur an sich denkt, bleibt das Gemeinwohl auf der Strecke, weil verbindende Ziele fehlen“, sagt der Industriepräsident.

Die Bundesregierung hat sich nach einem eigenen Fahrplan das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Energiequellen aus Wind oder Sonne am Bruttostromverbrauch auf insgesamt 65 Prozent zu steigern. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es nach BDEW-Zahlen noch 43 Prozent. Zu den weiteren Energiezielen der Bundesregierung gehört, dass bereits 2022 das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen soll. Zur weiteren Strategie in der Energiepolitik gehört, dass bis spätestens 2038 mit dem Strom aus Kohle Schluss sein soll.



Der Ausbau der Windkraft ist jedoch insbesondere an Land im abgelaufenen Jahr fast zum Erliegen gekommen, weil es lange Genehmigungsverfahren und viele Klagen gegen solche Vorhaben gibt. Vor Ort haben sich viele Bürgerinitiativen gegen den Bau von neuen Windrädern formiert. Proteste gibt es auch regelmäßig gegen den Bau neuer Strommasten.